Von allen guten und bösen Geistern verlassen

Das Ende der Sommerferien und der bevorstehende Herbst machen einen Impfschutz besonders wichtig. Dennoch singt die Bereitschaft.

Endlich wieder leben

Vor genau zwei Wochen habe ich meine zweite Impfung mit BioNTech erhalten. Somit ist heute der Impfschutz bei mir erreicht. In den letzten anderthalb Jahren habe ich mich extrem vorsichtig verhalten. Meine Frau und ich gehörten bereits im Frühjahr 2020 zu denjenigen, die freiwillig eine Alltagsmaske trugen. Für uns stand die Gefährlichkeit von COVID-19 außer Frage. Ebenso vertrauten wir auch die Konzepte zur Prävention der Bundesregierung.

Klar wurden Fehler gemacht, mussten Aussagen wieder zurückgenommen werden. Man sollte hier aber berücksichtigen, dass für uns alle so eine Pandemie absolut neu war. Genau so neu wie die Erfahrung, zum ersten Mal im Leben vor leeren Regalen im Supermarkt zu stehen.

Persönlich wird mich der Impfschutz jetzt nicht zu größenwahnsinnigen Handlungen verleiten. Vorsichtig werde ich nach wie vor sein, im privaten Umfeld gilt für mich die 2G Regel. Impfgegner und Impfverweigerer bleiben bei mir draußen, mit so viel Abstand, dass ich sie nicht mehr sehe.

Impfverweigerer? Die gibt es auch, eine neue Gruppe. So zum Beispiel die Friseurin meiner Frau. Sie lässt sich nicht Impfen, weil sie ihrer Meinung nach ein gutes Immunsystem hat. Aber wenn man ihr eine Kreuzfahrt schenken würde, damit sie sich impfen lässt, würde sie nicht Nein sagen.

Keine Garantie durch Impfschutz

Für Menschen, die den Impfschutz der Gesellschaft (Stichwort Herdenimunität) nicht ernst nehmen, habe ich kein Verständnis. Mit großer Sorge beobachtet ich derzeit die Entwicklung der Fallzahlen. In Köln sieht es derzeit düster aus. Der Inzidenzwert (der ja nicht mehr so wichtig sein soll…) liegt bei 149. Besonders schlimm sieht es derzeit bei Kindern und Jugendlichen aus. Aktueller Stand ist ein Inzidenzwert von 630. Bei genauer der Gruppe mit der geringsten Impfquote.

In Emden liegen wir tagesaktuell bei 58,1 — angeblich sollen nicht nur Urlaubsrückkehrer dran Schuld sein. Angeblich traten auch in anderen Bundesländern bereits mehr Infektionsfälle vor Schulbeginn auf. Na klar, nicht alle Urlauber mit schulpflichtigen Kindern machen sechs Wochen Urlaub und kommen erst am letzten Ferientag wieder nach Hause.

Ganz ehrlich, so langsam reißt mir der Geduldsfaden. Laissez-faire ist keine adäquate Methode im Umgang mit COVID-19. Wer sich dem Impfschutz entzieht, muss mit einschneidenden Konsequenzen rechnen. Aktuell habe ich nämlich das Gefühl, dass wir sehenden Auges in den nächsten harten Lockdown rutschen, allen gegenteiligen Beteuerungen zum Trotz.

Wir sollten uns auch vor Augen halten, dass es einen 100-prozentigen Impfschutz nicht gibt. Im besten Fall bleibt man verschont, ansonsten gibt es einen eher milden Erkrankungsverlauf. Und ja, wenn 100 Prozent der Bevölkerung geimpft sind, werden die Covid-Toten dann alle welche sein, die geimpft wurden.

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