Von allen guten und bösen Geistern verlassen

Tiere in unserer Obhut haben einen verantwortungsvollen Umgang verdient. Das gilt gleichermaßen für Haustiere und Nutztiere.

Tier auf dem Teller

Zugegeben, meine derzeitigen Erfahrungen bezüglich Tiere beschränken sich auf Teile davon, die aus dem Kühlschrank kommen. Hier ist aber ein deutlicher Wandel bei mir erkennbar. Weniger Fleisch, dafür aber mehr Qualität. Es reicht auch einmal die Woche ein gutes Stück Fleisch. Etwa so wie bei uns gestern, als ich zwei Dry Aged Entrecote auf den Grill warf. Gewürzt nur mit verschiedenen Pfeffersorten.

Nach angemessener Grillzeit hatten wir dann ein perfektes Geschmackserlebnis auf dem Teller. Aufgrund des lang anhaltenden Gefühls der Zufriedenheit würde ich das sogar als nachhaltig bezeichnen. Aber es geht ja eigentlich nicht um Tiere auf dem Teller.

Ebenfalls nicht auf dem Programm steht die Sorte Haustiere, die ohne erkennbare Einladung die Zimmer bevölkern. Spinnen, Mücken, Fruchtfliegen und was sonst noch so in handelsübliche Staubsauger passt. Nein, es geht um echte Haustiere.

Beim Einkauf gestern fiel mir nämlich die Monatszeitschrift eines Supermarkts in die Hände. Auf der Rückseite findet sich eine herzzerreißende Werbung mit dem Hashtag #bleibbeimir.

Auch wenn dahinter ein Hersteller von Hundefutter steckt, ist das ganze ein ernstes Thema. Zwar kein neues, aber durch COVID-19, Lockdown und empfunden Einsamkeit hat es offensichtlich einen neuen Schub bekommen.

Ausgesetzte Tiere

Schon früher war das Thema Aussetzen von Haustieren regelmäßig Gesprächsthema. In den Medien genau so wie bei uns zu Hause. Für war es unvorstellbar, wie Menschen so grausam sein können, etwa ihren Hund an einer Autobahnraststätte auszusetzen. Ich glaube auch nicht, dass es an fehlenden Hundepensionen lag. Sondern an anderen Umständen. Etwa daran, dass aus zu Weihnachten Geschenken süßen Welpen in einigen Monaten ein doch größer Hund heranwächst.

Tiere sind weder Geschenk noch Spielzeug. Meiner persönlichen Meinung nach auch kein Ersatz für unerfüllte Kinderwünsche. Wer einen Hund (nehme ich jetzt mal als Stellvertreter für andere Haustiere) anschafft, sollte sich ihn um seiner selbst Willen anschaffen. Im Übrigen gilt diese Sichtweise auch für Kinder. Sie sollen keine Beziehungsprobleme lösen oder den Partner dauerhaft binden (geht meistens ehedem schief), sondern sie sollten das Leben bereichern, weil man sie liebt.

Zurück zum Thema. Offensichtlich gab es bei Haustieren während des Lockdowns (eigentlich sind es ja mehrere) einen Nachfrageboom. Klar, wer alleine im Home Office sitzt, wünscht sich Gesellschaft. Oder auch mal einen Grund, vor die Tür zu kommen und eine Runde Gassi zu gehen.

Jetzt besteht wohl das Problem darin, dass für das angeschafft Haustier „plötzlich“ die Zeit fehlt. Dabei ist das Problem wie so häufig nicht das Tier, sondern der Mensch mit seiner unüberlegten Handlungsweise.

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