Von allen guten und bösen Geistern verlassen

Urlaubsreif nach einer Woche Arbeit oder arbeitsreif nach zwei Wochen Urlaub. Im Wahnsinn verschwimmen die Grenzen.

Ostfriesland in Sachsen

Der Urlaub liegt hinter mir, genau so wie der ersten Arbeitswoche danach. Während sich die Anzahl der E-Mails am Montag im Posteingangsfach angesichts eines zweiwöchigen Urlaubs im Rahmen hielt, galoppiert an anderer Stelle der Wahnsinn. Man ist dankbar durch die Ablenkung mit Kundenprojekten. Für ein paar Stunden vergisst man das politische Tagesgeschehen. An manche Morgen wollte ich am liebsten auf das Lesen der Zeitung verzichten. Das Schlimme am aktuellen Wahnsinn ist: Am Ende des Tunnels ist kein Licht und wenn, dann nur das des entgegenkommenden Zugs.

Wie ein Mantra kann ich nur wiederholen, was ich aus der Erfahrung in NRW gesammelt habe. Wer Armin laschet wählt, verdient nichts Besseres.

Als zunehmend abstoßend empfinde ich hier in Emden die Kommentare unter Beiträgen der Emder Zeitung bei Facebook. Man gewinnt den Eindruck, nicht in Ostfriesland zu leben, sondern irgendwo in Ostdeutschland in einer Hochburg der Rechtsradikalen. Weit weg ist das Gedankengut einiger Kommentatoren jedenfalls nicht.

In vielerlei Hinsicht wusste ich, was mich erwartet, wenn ich von der Stadt aufs Land ziehen. Aber etwas aufgeklärteres Denken an manchen Stellen hätte ich schon erwartet.

Wahlen mit Wahnsinn

Als Wahnsinn würde ich auch die Organisation der Kommunalwahl hier in Emden bezeichnen. Gestern habe ich die Briefwahlunterlagen bekommen. Zu zweit haben wir gerätselt, wie das mit den drei zur Verfügung stehenden Stimmen genau gemeint ist. Eine Erklärung in einfacher Sprache, die Briefwahl auch verständlich macht zum Beispiel für Migrantinnen und Migranten fehlt. Vielleicht steckt ja sogar Absicht hinter dem Wahnsinn.

Heute gab es in der Emder Zeitung einen Artikel über Wahlhelfer. Ein sehr magerer Bericht, dem ich gerne meine Sichtweise hinzufügen würde. Ich bin schon sehr lange immer wieder Wahlhelfer gewesen, allerdings in Nordrhein-Westfalen. Man kann über Köln sagen, was man will (und ich lästern auch gerne und viel darüber), aber Wahlen kann die Stadt Köln organisieren.

Für Wahlhelfer gibt es Schulungen und eine Broschüre mit hilfreichen Tipps über den Ablauf der Wahl und die Aufgaben der Wahlhelfer. Hier in Emden? Gibt ist nichts. Selbst die städtischen Mitarbeiter, die man als Wahlhelfer einsetzt, haben anscheinen nicht immer eine Schulung erhalten.

So was ist nicht nur Wahnsinn. Es ist verantwortungslos und gefährdet eine demokratische Wahl. So eine Form der Wurstigkeit hätte ich wirklich nicht erwartet. Mit sehr gemischten Gefühlen sehe ich daher der Kommunalwahl und meinem Einsatz als Wahlhelfer entgegen.

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