Von allen guten und bösen Geistern verlassen

E-Bikes sind mittlerweile mindestens genau so beliebt wie die Currywurst. Allerdings auch genau so fragwürdig.

Krieg der Würstchen

Bewusst würde ich die Nutzer von E-Bikes niemals als Würstchen bezeichnen. Daher geht es im ersten Teil hier auch wirklich um die Wurst, genau gesagt um die Currywurst. Der Putin-Versteher Gerhard Schröder hat sich jüngst ja für den Erhalt der Currywurst (echt nur mit Fleisch) bei VW eingesetzt. Der Autokonzern verkündete nämlich nicht die Einführung von E-Bikes, sondern die Abschaffung der Currywurst in ausgewählten Werkskantinen.

Mal ganz ehrlich, wer Currywurst als Energieriegel für Facharbeiterinnen und Facharbeiter bezeichnet, hat die Kontrolle über sein Leben verloren. Die Kult-Wurst ist ernährungsphysiologisch kaum vertretbar. Geschmacklich dürfte den meisten ehedem egal sein, ob Wurst oder Fleischersatz, solange es in viel Currysauce ertränkt wird. Bei einer gut gemachten fleischfreien Variante würden viele nicht den Unterschied bemerken.

Für die Umweltbilanz ist eine fleischfreie Currywurst vermutlich auch besser, passt also gut zu einem Konzern, der sich um einen grünen Anstrich bemüht. Dazu gehört eben auch der Ausbau der Modellreihen mit Elektroantrieb.

Wie dem auch sei, den elektronischen Antrieb als neue Form der Mobilität zu preisen, hat auch seine Schattenseiten. Die begegnen einem dann auf touristischen Haupt- und Nebenstrecken in diesem Sommer zu Haufe.

So viele E-Bikes wie in diesem Sommer habe ich noch nie auf den Fahrradwegen unterwegs gesehen.

Fluch der E-Bikes

Selbstverständlich halte ich E-Bikes in bestimmten Bereich für sinnvoll. Etwa als Lastenrad, um eine echte Alternative zum Auto zu sein. Oder aber für ältere Menschen wie unsere Nachbarin, die nur durch ihr E-Bike Mobilität und Freiheit für sich hat.

E-Bikes aber als Alternative zum muskelbetriebenen Fahrrad den Rest der Bevölkerung sehe ich kritisch. Insbesondere dann, wenn darauf Touristen unterwegs sind, die sonst nie Fahrradfahren. Klar kann man argumentieren, dass diese Art der Fortbewegung immer noch besser ist, als wenn sie mit dem Auto unterwegs wären.

Unglücklicherweise sind sie auf dem E-Bike aber absolut unerfahren in Bezug auf den Fahrradverkehr und für andere Fahrradfahrer ein Risiko. Unsicheres Lenkverhalten und riskante Überholmanöver — also schon innerhalb einer Woche erlebt.

Persönlich juckt es mich nicht, wenn mich jemand mit seinem E-Bike überholt. Mir sei aber die Freude gegönnt, wenn ein junger Mensch auf einem alten Hollandfahrrad erst mich und dann die Personen auf ihren E-Bikes überholt.

Mit Sport hat ein E-Bike nämlich eher weniger zu tun. Klar kommt man ohne zu schwitzen damit ans Ziel. Dafür weiß ich am Ende einer langen Tour ganz genau, was ich geleistet habe. Auch wenn mir die Muskeln noch etwas länger wehtun.

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