Von allen guten und bösen Geistern verlassen

Im Urlaub Eindrücke sammeln geht auch ganz gut vor der eigenen Haustür. Auch Enttäuschungen wie Aurich sind eine Bereicherung.

Urlaub vor der Haustür

Dort zu leben, wo andere Urlaub machen. Es ist purer Luxus, vor allem, wenn man selber Urlaub hat und einfach sofort entspannen kann. Wobei meine Frau und ich ja eher zur sportlicheren Sorte gehören. Irgendwo faul in der Sonne (ist derzeit ehedem rar) rumliegen ist nicht unser Ding. Unterwegs sein, Natur und Landschaft erleben, das ist nach unserem Geschmack.

Als Ziel hatten wir uns heute Aurich gesetzt. Es sollte kein Rekordversuch werden, sondern ein Urlaubstag. Gemütliches Frühstück, eine Partie „Beyond the Sun“ und dann der Aufbruch nach Aurich. Wie die Tage zuvor wieder mal durchwachsenen Wetter. Aber hey, auf Fotos sieht das mit tief hängenden Wolken und Sonne, die durchbricht, besser aus als ein wolkenfreier Himmel.

Bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 15 km/h wusste ich bereits bei der Planung, dass wir für die Hinfahrt etwa zwei Stunden benötigen würden. Und genau so war es dann auch, wir schafften die knapp 30 Kilometer in dieser Zeit. Erwischten dann allerdings Aurich möglicherweise auf dem falschen Fuß.

Weder meine Frau noch ich brachen in Begeisterungsstürme aus. Insbesondere, weil wir hungrig waren. Aber dort drüben werden um 14 Uhr die Bürgersteige hochgeklappt. Erst aber 17 Uhr hat der größere Teil der Gastronomie wieder auf. Nach einer Wurst auf die Hand stand uns der Sinn nicht.

Aurich macht traurich

Zumindest in der Fußgängerzone fanden wir kein Fischrestaurant. Frischer Fisch, uns hätte das vor der Rückfahrt gefallen. So blieb es bei einem Marsch die Fußgängerzone rauf und runter laufen und wieder der Drahtesel satteln und Aurich den Rücken zu kehren. Traurig, aber richtig überzeugen konnte uns Aurich noch nicht. Vielleicht es ist wie bei vielen andere Städten, erst auf dem zweiten oder dritten Blick entdeckt man die Schönheit von zum Beispiel Chemnitz, Mannheim, Sprockhövel und eben Aurich.

Auch die Rückfahrt bewältigten wir in gut zwei Stunden, als wir in Emden ankamen, hatten wir eine Tagesleistung von 60 Kilometer erreicht. Auf jeden Fall ein gutes Training und gut, um den eigenen Bewegungsradius in Ostfriesland mit dem Fahrrad abschätzen zu können.

Der Hunger machte sich dann in Emden deutlich bemerkbar. Aber hey, hier ist man etwas flexibler bei den Öffnungszeiten. Außerdem kann man sich dann in unserem Fall auch das eine oder zweite Hefe-Weizen gönnen, da man ja schon zu Hause ist.

Wir kehrten dann ein im „Hafenhaus“, zu einer Portion Panfisch für jeden (und dem bereits erwähnten Bier). Zum Dessert hatte meine Frau einen Erbettelter (kann man machen) und ich ein hausgemachtes Basilikum-Eis. Liebes Team vom Hafenhaus, das Eis ist ein Gedicht und hat es sofort geschafft, mein absolutes Lieblingseis zu werden.

Jedenfalls gut, dass das mit dem Essen in Aurich nicht geklappt hat.

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