Von allen guten und bösen Geistern verlassen

Wasser ist von Natur aus vegan. Mit zusätzlicher Kennzeichnung lässt es sich genau wie Falafel teurer vermarkten.

Thomas trifft Falafel

An dieser Stelle schon mal einleitend der Hinweis, dass der nachfolgende Artikel Spuren von Nüssen enthalten kann. Genauer gesagt von dummen Nüssen, die auf jeden Scheiß reinfallen. Aber dazu später mehr. Wie möglicherweise der einen Leserin oder dem anderen Leser in Gerinnung sein dürfte, hat sich auch der Schreiber dieser Zeilen eine Zeit lang vegetarisch ernährt. Vegetarisch, nicht aber vegan. Die einzig wirklich extreme Ernährungsform, der ich eine Zeit lang mal nachgegangen bin, bestand ausschließlich aus Rohkost.

Wie dem auch sei, meine erste Begegnung mit einer Falafel hatte ich während einer Klassenfahrt in Berlin in der Oberstufe. Zu der Zeit ernährt ich mich, soweit ich mich erinnern kann, noch wie der Durchschnitt der Bevölkerung. Überliefert ist zumindest ein Foto, was mich im Kreis einige Mitschüler und einer großen Flasche Jim Bean zeigt. Alkohol macht bekanntlich hungrig und in Berlin konnte man schon damals an fast jeder Straßenecke seinen Hunger stillen. Meine erste Falafel befand sich in einer mit Salat randvoll gefüllten Teigtaschen. Eine große, günstige und vor allem leckere und frische Portion. Abgesehen von der Soße dazu war der gesamte Inhalt der Teigtaschen einschließlich der Falafel sogar vegan nach heutigem Standard.

Wieder zurück in Wesel blieb ich dann beim regulären Döner, was aber hauptsächlich daran lag, dass eine gute Falafel mehr Sorgfalt erfordert als ein aus der Massenproduktion stammender Döner. Wenn man sich im Übrigen mal damit beschäftigt, wie der überwiegende Teil der Döner produziert wird und was da eigentlich so drin ist, kann einem das durchaus auf den Appetit verschlagen.

Unfug statt Vielfalt

Zurück aber zur Falafel. Am Samstag im Sonntags-Werbeblatt befand sich unter anderem auch eine Beilage von Lidl. Schwerpunkt in der kommenden Woche ist „Vegan Vielfalt — einfach lecker“. Das kann natürlich nicht einfach unwidersprochen so stehen gelassen werden. Ein veganer „Genießer Block“ aus Kokosöl, Soja und Palmöl ist nicht wirklich eine schmackhafte Alternative zu griechischem Schafskäse. Eher der Versuch, Konsument für dumm zu verkaufen.

Genau da passiert auch mit der beworbenen veganer Falafel. Wie gesagt, ich für meinen Teil kenne die schon etwas länger und die bestand nie aus irgendwelchen tierischen Bestandteilen. Schaut man sich die Zutaten und Zutaten bei Wikipedia an, fällt natürlich eine Sache ins Auge. Für die Herstellung wird ein Fleischwolf verwendet. Der hat allerdings ungefähr genau so viel mit Fleisch als Bestandteil zu tun wie Tiegerbalm mit der Raubkatze. Er heißt nur so, weil man damit vorwiegend Fleisch durchdreht. Zur Weihnachtszeit werden damit auch diverse Plätzchen hergestellt.

Mittlerweile ist die Industrie dahinter gekommen, dass sich statt mit umstritten Massentierhaltung mit veganen Produkten deutlich mehr Gewinn machen lässt. Dazu poliert man auch noch das eigene Image auf.

Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.