Von allen guten und bösen Geistern verlassen

Neben vielen anderen Dingen sind auch Videospiele Kulturgut. Obwohl es für nicht wenige Erwachsene unfassbar klingen mag.

Zeitlose Spiele

Bevor ich an dieser Stelle über Videospiele schreib, noch kurz ein Ausflug zu den Brettspielen. Auch die sind für mich ein Kulturgut (Bücher selbstverständlich ebenfalls). Sie haben aber einen unschlagbaren Vorteil, denn sie sind nahezu zeitlos. So lässt sich ein Brettspiel aus den 1960er-Jahren wie zum Beispiel Acquire selbstverständlich ohne Probleme auf aktueller „Hardware“ (handelsüblich Tisch) spielen. Einzig das Spielmaterial selber ist dem Alterungsprozess unterworfen. Insbesondere mit derzeitigen Möglichkeiten (Online Druckereien, 3-D-Druck etc.) lassen sich Ersatzteile problemlos erstellen. Oder aus zwei gebrauchten unvollständigen Ausgaben eines Brettspiels wieder eine vollständige Version machen.

Zudem gibt es auch zeitlose Spiele wie etwa Go, welches seine Ursprünge in 4. Jahrhundert vor Christus haben soll. Ganz ehrlich, das Spiel ist immer noch eines der besten Brettspiele, welches ich kenne. Man würde Go und und auch Schach nie abstreiten, Teil der Kultur zu sein. Meines Erachtens sind aber auch Spiele wie „Hase und Igel“ oder „Catan“ Kulturgut.

Lassen wir die Brettspiele jedoch hinter uns und kommen wir zu dem, was immer skeptisch betrachtet wurde und wird. Randbemerkung: Eine große Gemeinsamkeit von Brettspielen und Videospielen liegt darin, dass es eine nicht kleine Menge Erwachsene gibt, für die beides Kinderkram ist. In ihren Augen spielen „echte“ Erwachsene nicht. Arme Menschen, die so was denken.

Problemfall Videospiele

Nun aber flux zu den Videospielen. Sie unterliegen einem doppelten Haltbarkeitsdatum. Zum einen ist es der Datenträger, auf dem sie gespeichert sind und zu anderen die Hardware, auf der sie laufen. Man muss gar nicht so weit zurückgehen, nehmen wir zum Beispiel mal meine erste PlayStation. Im letzten Jahr habe ich mich samt Spielen von irgendwelchen getrennt, was mir zugegebener Maßen schwerfiel. Ob sie noch funktionstüchtig war, kann ich nicht sagen. Ich hätte sie an einen Fernseher anschließen müssen. Aber hey, die PlayStation hat keinen HDMI-Ausgang. Zusätzlich in irgendwelches Equipment investieren wollte ich zudem auch nicht.

Jede neue Konsolengeneration verhängt die vorherige, zumindest in Haushalten, wo der Platz begrenzt ist. Das führt dann dazu, dass mit der alten Konsole auch die alten Spiele verschwinden. Dass es auch zum Teil anders geht, zeigt Microsoft mit der Abwärtskompatibilität seiner Konsolen. Auf der Xbox Series X kann ich sogar Titel spielen, dich ich digital für meine damalige Xbox 360 gekauft habe.

Was jedoch fehlt, ist wirklich alle alten Titel übergreifend spielen zu können. Nicht nur Videospiele einer Plattform, sondern auch die von Sony, Nintendo und auch Spiele, die ich damals auf dem C64 gespielt habe.

Natürlich gibt es Emulationen und insbesondere der Raspberry Pi lässt sich mühelos in eine Retrokonsole verwandeln. Aber machen wir uns nichts vor, in den meisten Fälle bewegt man sich nicht nur in eine Grauzone, sondern verstößt deutlich gegen das Urheberrecht. Daher fände ich eine legale Cloud-Lösung spannend.

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