Von allen guten und bösen Geistern verlassen

Der chinesische Staatspräsident Xi Jinping wird sei Amt auf Lebenszeit innehaben. Das gibt ihm einen lagen Atem zur Unterwerfung des Westens.

Am Faden der Seindestraße

Am Dienstag dieser Woche erreichte ein chinesischer Güterzug den JadeWeserPort in Niedersachsen. Das wurde groß in Anwesenheit des Ministerpräsidenten Stephan Weil gefeiert. Es heißt, die Verbindung eröffne neue Märkte. Das wird wohl so sein, stellt sich nur die Frage für wen. Neu ist so ein Projekt „Seidenstraße 2.0“ ja nicht, denn seit sieben Jahren kommen Güterzüge aus China in Duisburg an, etwa 35 Stück jede Woche. Dabei wird das Projekt durchaus kritisch gesehen, wie das ZDF 2019 berichtete.

Fangen wir aber mal aus Sicht eines gewöhnlichen deutschen Konsumenten an. Waren aus aller Welt, das ist längst ein alter Hut. Die wenigsten von uns wollen aber wahrhaben, welchen Preis das eigentlich hat. Erst mal interessiert nur das, was man direkt aus dem eigenen Portemonnaie bezahlt. Klemmbausteine aus China, Brettspiel von Kickstarter, die auch dort produziert werden. Unterhaltungselektronik, iPhones, Bekleidung — alles aufzuzählen würde eine sehr lange Liste ergeben.

Die Verlagerung der Produktion in vielen Bereichen nach Fernost ist für die entsprechenden Firmen auf den ersten Blick günstiger (siehe Lego), aber letztendlich findet dadurch auch ein Wissenstransfer statt (siehe ebenfalls Lego). Dazu kommt dann der Verkauf von Schlüsselindustrien nach Fernost. Selbst die hiesige Pharmaindustrie ist auf Lieferungen aus China angewiesen.

Die Welt von Xi Jinping

Die Abhängigkeit von China geht allerdings noch deutlich tiefer, wie die Dokumentation „Die neue Welt des Xi Jinping“ auf arte zeigt. So hat China Einfluss in 50 Prozent aller afrikanischen Länder und auch schon in Europa Fuß gefasst. Nicht nur über die neue Seidenstraße, sondern auch durch andere Projekte, wirtschaftliche Beziehungen und finanzielle Unterstützung. So sind zum Beispiel Griechenland und Portugal abhängig von der Gunst Xi Jinping. Gute Beziehung pflegt Xi Jinping zudem mit Viktor Orbán und Wladimir Putin.

Kritiker lässt ausschalten und sogar ein ganzes Volk wie Uiguren internieren und unterdrücken. Alles zum Wohle Chinas und der großen Vision, führende Weltmacht zu werden. Es ist nicht mehr die Frage, ob China das wird, sondern nur noch, wann Xi Jinping dieses Ziel erreicht. Je zerstritten Europa ist, je stärker die USA mit sich selber beschäftigt sind und Russland immer noch einen eigenen Kurs sucht, desto leichter wird es für China sein.

Das Gefährliche ist an der Stelle, dass es nicht nur eine langfristige Zukunftsplanung gibt, die vielen anderen Ländern fehlt, sondern gleichzeitig die Wirtschaftskraft und die Menschen zum erreichen der gesteckten Ziele vorhanden sind.

Seit der Doku gestern Abend habe ich auf jeden Fall ein ganz mieses Gefühl, verbunden mit der Ohnmacht, überhaupt nichts machen zu können.

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