Von allen guten und bösen Geistern verlassen

In einigen Kinos in Deutschland wird die Black Widow von Disney nicht gezeigt. Eine krasse Fehlentscheidung.

Den Fortschritt in seinem Lauf

Der Spruch „Den Fortschritt in seinem Lauf halten weder Ochs noch Esel auf“ gibt es so ja eigentlich nicht. Es ist eine Anlehnung an einen Slogan eines gescheiterten Regimes. Dem zu trotz ist das mit dem Fortschritt so allerdings nicht falsch. Man kann von der Kanzel gegen Züge als neue Art der Fortbewegung wettern, aber die Weichen wurden trotzdem anders gestellt. Unsere Geschichte ist voll von solchen Beispielen.

Kernpunkt ist, dass Althergebrachtes von Natur aus keinen Bestandsschutz genießt. Insbesondere dann nicht, wenn eine Weiterentwicklung zu einer spüren Verbesserung führt. Wer möchte heute noch mit dem Ochsen den Acker pflügen, wenn es dafür hochmoderne Landmaschinen gibt? Gut, Exoten wie die Amische sind hier ein anderes Thema.

Natürlich gibt es auch Entwicklungen, die man kritisch begleiten und gegebenenfalls korrigieren muss. So ist Atomkraft sicher eine Weiterentwicklung in der Energieversorgung gewesen, dennoch aber ein Irrweg.

Kommen wir aber zu den Kinos und ihren etwas lächerlich erschienen Boykott von Disney mit dem Film Black Widow. Vergangene Donnerstag war der Deutschlandstart in den Kinos, sofern sie den Film zeigen wollten. Bereits am Freitag gab es den Film dann bei Disney+, was Auslöser für den Boykott ist.

Freie Wahl bei Black Widow

Jetzt muss man vor allem erst mal deutlich hervorheben, dass Disney Black Widow nicht verschleudert hat. Um sich den Film ansehen zu können, wird zur monatlichen Gebühr für Disney+ noch ein Betrag von 21,99 € (VIP Zugang) fällig. Erst im Oktober rutscht Black Widow dann ins normale Streaming-Angebot.

Ähnlich wie vor einigen Jahren noch die Kumpel die Erhaltung ihrer Bergwerke fordern, wollen die Kinos jetzt Bestandsschutz. Dabei nehmen sie die Entmündigung ihres Publikums in Kauf. Was spricht denn dagegen, dass ich frei entscheiden kann, wo ich Black Widow sehen möchte? Muss ich unbedingt in einen Saal mit anderen, wildfremden Menschen, treuer Popcorn und Cola?

Ganz ehrlich, liebe Kino-Betreiber. Natürlich hat euch die Corona-Pandemie schwer gebeutelt, aber ihr müsst mal langsam raus aus Geschäftsmodellen von vorgestern. Wenn es eine freie Wahl gibt und sich immer mehr Menschen gegen Kino und für das Streaming entscheiden, dann gibt es ein Problem mit dem Service. Das lässt sich durch zwar dadurch kaschieren, dass man eine bestimmte Zeit lang Filme exklusiv zeigen darf, löst aber nicht das eigentliche Problem.

Persönlich entscheide ich mir gegen das Kino, weil es mir an einem attraktiven Angebot fehlt. Große Leinwand und guter Sound sind nicht ausschlaggebend, sondern ich möchte ein echtes Event. Open Air Kino am Strand mit Cocktail-Angebot, zum Beispiel. Oder Freibad-Kino. Darin liegt meiner Meinung nach die Zukunft und nicht in dem festhalten am Bisherigen.

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