Von allen guten und bösen Geistern verlassen

Ostfriesland ist ein Land mit Grachten, Flüssen und Kanälen. Die Ems gab dabei einer ganzen Region ihren Namen.

Ostfriesischer Lerneffekte

Ende August lebe ich bereits ein Jahr in Emden und somit Ostfriesland. Eine spannende Zeit, allerdings für meinen Geschmack manchmal etwas einseitig, bedingt durch die Pandemie. Von meiner neuen Heimat möchte ich einfach mehr kennenlernen, ohne gleich in die Panik der möglichen Ansteckung mit Covid-19 zu verfallen. Die erste Impfung habe ich gut vertragen hinter mir, die zweite folgt dann noch. Die ideale Gelegenheit, mit der Planung für Ausflüge in der beginnen.

Gelernt habe ich als neu Zugezogener nicht nur die Sache mit dem Tee, ostfriesische Eigenheiten wie den Nationalsport Boßeln, sondern auch, dass man unterhalb von Ostfriesland im Emsland etwas langsam ist. Nein, Scherz beiseite. Das Emsland galt lange als Armenhaus der Nation, wie ich aus einer NDR-Doku weiß. Ansonsten sind die Menschen dort zwar mehrheitlich katholisch, aber trotzdem ganz nett sein. Im Übrigen namensgebenden für das Emsland ist die Ems. Die hat ihren Ursprung im ostwestfälischen Schloß Holte-Stukenbrock, als quasi in der Nähe von Bielefeld. Die Stadt werde ich auch irgendwie nicht mehr los.

Von der Quelle aus fließ die Ems durch Niedersachsen und fließ bei Emden in den Dollart. Zumindest wenn man der Geschäftsstelle der Flussgebietsgemeinschaft (FGG) Ems glauben darf, denn auf Wikipedia und anderswo laufen kontroverse Diskussion, wo denn genau der Fluss mündet und ob sein Wasser nicht sogar bis nach Borkum fließt.

Unterwegs auf Ems und mehr

Für uns Laien dürfte es aber wohl egal sein, wo genau die Ems endet. Wenn man sich Emden merkt, reicht das vollkommen aus, sage ich jetzt mal völlig unvoreingenommen. Die Grachten, Flüssen und Kanäle machen nicht nur ein Teil des Reizes von Ostfriesland aus, sondern sind auch lebensnotwendig. Zumindest solange, wie wir auf dem Trockenen stehen wollen. Die Entwässerung der Landschaft ist hier dauerhaft erforderlich — ein spannendes Thema.

Wie dem auch sei, am vergangenes Wochenende beim Fahrradausflug fuhren meine Frau und ich ein Stück weit den Ems-Jade Kanal entlang. Das machte natürlich neugierig, sodass ich mich darüber informierte. Es gibt ein Fahrradweg von Emden nach Wilhelmshaven, der weite Teile entlang des Kanals führt. Etwas 70 Kilometer, ein schönes Projekt, um Ostfriesland auf andere Wiese kennenzulernen. Und nichts, wofür man einen Jahresurlaub benötigt.

Passend zu diesem Projekt stolperten meine Frau und ich gestern Abend über die Dokumentation „Land zwischen den Strömen – Von der Elbe bis zur Ems“ in der ARD-Mediathek. Es mit dem Boot geht kreuz- und quer durch Niedersachsen. Eine wundervolle Hommage an das Land und die Menschen hier.

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