Von allen guten und bösen Geistern verlassen

Selbst Brettspieler können über den Tellerrand blicken. Für sie ist Marco Polo mehr als nur ein Abenteuer am Tisch.

Bekleidung einer Fernsehserie

Wenn das Stichwort Marco fällt, kommt mir als Erstes weder eine Modefirma noch ein bekannter Asiensreisender in den Sinn. Für mich ist der Name in erster Linie mit einer japanischen Zeichentrickserie von 1976 verbunden. Das Titellied „Ciao Marco, ciao“ kann ich fast noch mitsingen. In der Serie geht es um einen Jungen, der in Argentinien auf der Suche nach seiner Mutter ist. Diese wanderte aus der Heimat aus, um Geld für die Familie zu verdienen. Die Vorlage stammt vom italienischen Autor Edmondo de Amicis. In seinem Buch „Cuore“ (Herz) befindet sich die Erzählung „Dagli Appennini alle Ande“ (Vom Apennin in die Anden) welche mehrfach zu einem Film verarbeitet wurde, bevor schließlich die japanische Zeichentrickserie entstand. Der Stoff wurde dann nochmals in den 1990er-Jahren als Grundlage für eine Serie verwendet.

Wie dem auch sei, mich hat damals die Zeichentrickserie damals sehr in den Bann gezogen. Von Modelabel Marc O’Polo kann man das eher weniger sagen. In der Oberstufe kaufte ich mir mal ein Hemd des Herstellers, dabei blieb es. Aber ich schweife ab. Die meisten werden nämlich tatsächlich an den berühmten Reisenden denken.

Auf den Spuren von Marco

Das Thema „Auf den Spuren von Marco Polo“ hatte ich schon mal vor über vier Jahren hier im Blog. Es kam bei Miene Frau und mir nicht besonders gut weg. Vor einigen Monaten landete es aber auf unserer Spieleliste. Wir wollten ihm noch eine letzte Chance geben, bevor es uns verlässt. Das Massaker an den anderen Spielen hat es erstaunlicherweise überstanden.

Noch erstaunlicher ist es jedoch, dass uns „Auf den Spuren von Marco Polo“ heute überraschend gut gefallen hat. Dabei haben wir noch die gleiche Ausgabe wie damals, auch keine Erweiterung mit dazu genommen oder irgendwas verändert. Möglicherweise kommen wir inzwischen einfach mit den zahlreichen Einflussmöglichkeiten und Wegen, die man einschlagen kann, deutlich besser zurecht. Durch die unterschiedliche Verteilung der Stadtkarten und der verschiedenen Charakterkarten ist keine Partie wie die andere. Das garantieren auch die Aufträge und geheimen Spielziele.

Fairerweise muss ich jedoch anmerken, dass es Konstellationen geben kann, mit denen ein eigener Sieg sehr schwer wird. Auch lässt sich das Spiel nicht einfach so aus dem Bauch heraus spielen, denn man kann sich ziemlich übel verplanen. Da nützt einem dann auch kein besonders guter Würfelwurf mehr.

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