Von allen guten und bösen Geistern verlassen

Der Sieg um die Kanzlerschaft wird in diesem Jahr über den Benzinpreis errungen. Freie Fahrt statt Klimanotstand.

Nulltarif unmöglich

Eine ganze Reihe von Clowns gerade auch bei den Sozialdemokraten sind offensichtlich der festen Überzeugung, den Klimawandel könne man quasi zum Nulltarif aufhalten. Mal so unter uns, der Nulltarif ist auch bei Brillen ein Märchen. Irgendwer zahlt nämlich drauf, und sei es doch miese Arbeitsbedingungen und schlechte Löhne. Aber wenn man Wahlkampf an der Zapfsäule führen will, vergisst man so was ganz gerne.

Wer den Klimanotstand nicht als wissenschaftlich belegte Wahrheit anerkennt, ist meiner Meinung ein Dummkopf, notorischer Lügner oder aber extrem blauäugig. Alles keine besonders guten Eigenschaften, die jemanden für ein höheres (politisches) Amt qualifizieren. Wenn wir als den Klimanotstand, das sich verschärfende Klimakatastrophe als gegeben akzeptieren, resultiert daraus ein dringender Handlungsbedarf.

Wo wie gehandelt werden muss, darüber kann diskutiert werden. Zumindest, solang es schnell geht, denn viel Zeit bleibt uns nicht mehr. Eigentlich liegt es auf der Hand, dass eine Kursänderung erforderlich ist, die auch mitzumachen Teil drastischen Einschnitten verbunden sein wird. So wie bisher geht es nicht weiter. Unser Konsumverhalten in allen Bereichen frisst diesen Planeten auf und zerstört das Klima.

Wer behauptet, es ginge ohne Einschnitten, lügt oder ist nicht ernsthaft an der Rettung des Klimas interessiert. Kommen wir daher also zum Benzinpreis.

Entzündlicher Benzinpreis

Der Benzinpreis ist nicht nur im Wahlkampf ein extrem entzündliches Thema. Bei einer Erhöhung des Preises stellt sich automatisch bei großen Teilen der Bevölkerung der Eindruck ein, man wollen ihnen etwas wegnehmen und ihre Freiheitsrechte beschneiden.

Im Wahlprogramm der Grünen wird eine Erhöhung des CO2-Preises von derzeit 25 Euro bis 2023 auf 60 Euro gefordert. Ja, das ist viel, aber auch nötig. Der Benzinpreis würde sich bis 2023 um 16 Cent pro Liter erhöhen. Da schreien der SPD-Kanzlerkandidat und andere aus dem FAX-Zeitalter natürlich zeter und mordio. Frau Baerbock, so geht das doch auch nicht. Sie können den Wählerinnen und Wählern doch nicht einfach die ungeschminkte Wahrheit sagen.

Im Geschrei um den Benzinpreis geht dabei allerdings unter, dass eine Erhöhung um 15 Cent bis 2025 bereits von der derzeitigen Bundesregierung beschlossen wurde. Es geht hier also wohl um einen Cent mehr oder weniger. Unterschlagen wird auch, dass sich die Grünen eine ganze Reihe von Maßnahme zur sozialen Abfederung haben einfallen lassen. Über ein sogenanntes Energiegeld sollen diejenige Bürgerinnen und Bürger Geld zurückbekommen, die ein kleines Auto, geringes Gehalt oder nur eine kleine Wohnung beheizen.

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