Von allen guten und bösen Geistern verlassen

Die Seehafenstadt Emden war bisher nur in Ausnahmefällen rekordverdächtig. Matjes gilt hier als das Gold der Nordsee.

Ab geht’s in Emden

Nicht alles, was glänzt, ist auch Gold. Nicht jeder Rekord ist eine rühmliche Leistung. Ende rekordverdächtig an der Spitze. Eine Gold-Medaille gibt es dafür freilich nicht. Es eher Anlass für ernsthafte Sorgen, zumal das Land Niedersachsen der Seehafenstadt noch mal eine Extraration Impfstoff spendiert. Derzeit erreichen Emden 300 Dosen, die vornehmlich für Zweit-Impfungen zum Einsatz kommen.

Das Niedersachsen jetzt Impfung für Schülerinnen und Schüler als eines der ersten Bundesländer angehen will, klingt in dem Zusammenhang mehr als nur merkwürdig. Mit dem gesamten derzeitigen Konzept ließe sich nicht mal ein Blumentopf gewinnen. Weil der Inzidenzwert um 0,7 die Marke ehedem willkürlich festgelegte Marke von 165 verfehlt, bleiben die Schulen in Emden weiterhin auf. Dafür wird einkaufen mit Termin verboten.

Für mich ist das absolut widersinnig, denn insbesondere bei kleinen Geschäften ist das potenzielle Ansteckungsrisiko erheblich geringer als in Schulen. Die Inhaber habe meiner Meinung nach das Hygienekonzept im Griff. Zumal neben einem Termin auch noch ein negativer Schnelltest zum Einkaufen Voraussetzung ist. So was ist schlichtweg kaum zu vermitteln.

Wobei man extrem vorsichtig mit Äußerungen sein sollte. Gerüchte über das Bunkern von Impfstoff sind genau so gefährlich wie Spekulationen über das Zustandekommen des hohen Inszidenzwerts in den sozialen Medien. Man sollte da tatsächlich jedes Wort auf die Gold-Waage legen. Vor allem sollte man nicht auf die Idee eines Lokalpolitikers von der CDU kommen, Bundeswehrsoldaten zu Kontrolle der Ausgangssperre einzusetzen.

Fisch wird Gold

Persönlich finde ich Goldfische extrem langweilig. Vor allem deshalb, weil sie sich auf Grund ihres Geschmacks nicht zu Fischstäbchen oder Sushi (zwei meiner drei Lieblings-Fisch-Formen) verarbeiten lassen. In Emden jedoch gibt es so was wie echtes Gold.

Neben all dem Corona-Zeug gab es heute Morgen nämlich einen Artikel in der Emder Zeitung, der mein Herz höherschlagen ließ. Matjesfilets made in Ostfriesland, genau gesagt in Emden. Gut, dieses Gold der Nordsee stammt leider nicht mehr von der heimischen Küste, sondern aus Norwegen. Immerhin, es wird aber in Emden verarbeitet. Sogar zum Teil von Hand verarbeitet, um eine höhere Produktqualität zu erzielen. Dahinter steckt die Matjes- und Feinkostmanufaktur Fokken & Müller.

Bei Matjes werde ich eigentlich immer schwach. Um so bedauerlicher finde ich, dass auch in diesem Jahr die Emder Matjestage nicht stattfinden werden. Womit wir dann wieder vom Matjes zurück bei Corona gelandet sind. Eigentlich wäre man ja schon mit wenig zufrieden. Statt Gold zum Beispiel mit einem Impftermin und danach ein leckeres Matjes-Brötchen.

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