Von allen guten und bösen Geistern verlassen

Nur bei hartnäckigen Sammler haben ungeliebte Brettspiel ihren Platz im Regal. Alle andern sortieren regelmäßig aus.

Risiko zum eingehen

Der vergangene April war aus Brettspiel-Sicht betracht bei uns zu Hause kein besonders guter Monat. Während es im März noch 15 gespielte Partien gewesen sind, kommen wird im April auf sechs. Eigentlich sieben, wenn man Oath mitzählt. Aber dazu kommen wir später in der Kategorie „ungeliebte Brettspiel“.

Was wirklich mit Genuss auf den Tisch kam, waren zwei Spiele. Arler Erde Erde (4 Partien) und Terra Mystica (3 Partien). Schuld daran ist die Art und Weise, wie meine Frau und ich die Osterfeiertage verbrachten. Auf dem Tisch im Speisezimmer stand nämlich ein Auto-Modell von Cada, welches wir gemeinsam bauten. Zu zweit ist das auch ein verdammt gutes kooperatives Spiel. Mittlerweile sind wir, was Klemmbausteine angeht, ziemlich angefixt. Wäre aber ein anderes Thema, auf das wir an dieser Stelle nicht weiter eingehen.

Als ich vor über einem Jahr damit begann, meine Brettspielsammlung auszudünnen, flogen natürlich nicht die absoluten Lieblingsspiele raus, sondern die hässlichen, aus denen niemals ein Schwan werden würde. Dazu echte Möhren und ungeliebte Brettspiele. Dadrunter befand sich zweimal Monopoly, eine uralte, selber erworbene Ausgabe und eine Wesel-Ausgabe, die ich geschenkt bekommen hatte. Ehrlich, zu dem Spiel kann man nicht nur noch unter Androhung von Gewalt (oder war das Gehalt?)bewegen.

Die ungeliebte Wahrheit

Gebliebene ist dagegen Risiko, ein Spiel, mit dem ich Erinnerungen, aber auch eine Art Hass-Liebe verbinde. Es wird wahrscheinlich nie wieder auf den Tisch kommen, aber anders als Monopoly ist Risiko witzig — zumindest, solange man sich an die klassische Ausgabe hält.

Durch das Aussortieren kann ich die Frage fast nicht mehr beantworten, ob es bei mir ungeliebte Brettspiele in der Sammlung gibt. Andererseits wird es ebenso schwer, ein absolutes Lieblingsspiel auszumachen. Kommt drauf an und hängt davon ab. Es gibt Phasen, wo ich bestimmte Spiele besonders gerne spiele und dann wieder Zeiten, wo genau diese Spiele schon Staub ansammeln.

Kommen wir aber zu Oath und der Frage, warum es das einzige ungeliebte Spiel in meiner Sammlung ist. Dazu zu noch das Neuste. Eigentlich möchte ich Oath lieben. Eine tolle Aufmachung, interessanter Mechanismus. Allerdings auch eine leichte Mogelpackung. Oath ist kein Kampagnenspiel, auch kein Legacy-Spiel. Es ändert sich von Partie zu Partie nur das, was an Karten verwendet wird. Der erzählerische Aspekt in der Chronik ist er etwas, was sich die Spielerinnen und Spieler selber ausdenken müssen.

Das ist aber nicht der Grund, warum Oath ein ungeliebtes Brettspiel bei mir geworden ist. Sondern drei Karten, die schon beim Auspacken beschädigt waren. Für die habe ich nach fast vier Wochen noch keinen Ersatz bekommen. Nicht mal eine Mail des Herstellers zu meiner Anfrage. So was verleidet mir den Spielspaß und somit auch ein an sich gutes Spiel.

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