Von allen guten und bösen Geistern verlassen

Der heutige Tag wurde zum Gedenktag für die deutschen Corona-Opfer erklärt. Die Anzahl der bisherigen Toten erschüttert.

Nationale Gedenktage

Nationale Feier- und Gedenktage kennen die meisten von uns, selbst wenn sie in einer feiertagsarmen Region wie Niedersachsen leben. Gut, dieses Jahr ist vielleicht kein gutes Jahr für die meisten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, egal in welchem Bundesland sie leben. So fällt der nun bald anstehende 1. Mai auf einen Samstag. Klar, dann sind die Supermärkte geschlossen. Bei vielen anderen Geschäften merkt man aber bedingt durch den Lockdown und Beschränkungen kaum einen Unterschied.

Im Übrigen unterschieden sich zudem Feiertage und Gedenktage. So ist der Volkstrauertag ein Gedenktag. Dazu noch ein stiller Gedenktag, was ein paar Einschränkungen mit sich bringt. Bekannt ist das ja aus der unsäglichen Diskussion um das Tanzverbot am Karfreitag. Welches auch für den Volkstrauertag (dieses Jahr am 14. November) gilt. Hier ist mir noch keine Petition bekannt, die sich für Tanzveranstaltungen an diesem Tag einsetzt.

Wie dem auch sei, pietätlos ist so was unabhängig davon, ob es sich beim stillen Gedenktag / Feiertag um einen religiösen Tag handelt oder nicht.

Kommen wir aber zum heutigen Tag, der zum Gedenktag für die Corona-Opfer erklärt wurde. In Berlin gab es dazu eine zentrale Gedenkfeier mit Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier.

Notwendiger Gedenktag

Ein Gedenktag für Corona-Tote, man kann wohl auch über Sinn und Unsinn diskutieren. Worüber man nicht diskutieren kann: 80.000 Menschen in Deutschland, deren Tod im direkten Zusammenhang mit Covid-19 steht. Kein Gedenktag kann jedem dieser Opfer ein Gesicht geben, aber ein Gedenktag kann uns einzelnen Schicksale exemplarisch vor Augen führen. Uns zeigen, dass sich mit einem Virus nicht verhalten lässt. Seine Opfer wählt er unabhängig von Alter und Geschlecht aus. Ja, es sind auch Kinder gestorben wie etwa der 10-jährige Dean-Michael aus Gronau (NRW).

Für sieben der allein in Nordrhein-Westfalen an Covid-19 verstorbenen 14.868 Menschen hat der WDR eine eindrucksvolle digitale Erinnerungswand ins Netz gestellt.

Der heutige Tag soll nicht nur an die Toten erinnern, sondern auch uns daran erinner, was für Aufgaben noch vor uns liegen. Allen voran die Vermeidung weiterer Opfer, denn jeder an Covid-19 Verstorbene ist einer zu viel. Die Tote mahnen uns auch, die Leugner der Pandemie deutlich in die Schranken zu weisen. Für die Verharmlosung von Covid-19 gibt es keinen Platz in unserer Mitte. Auch nicht für diejenigen, die bewusst gegen Auflagen verstoßen und damit willentlich das Leben ihrer Mitmenschen gefährden.

Natürlich hat Steinmeier recht, dass Schuldzuweisungen nicht helfen. Schon gar nicht den Hinterbliebenen All zu einfach sollten wir es uns aber nicht machen, vor allem nicht so weiter machen wie bisher. Alle müssen an einem Strang ziehen, Provinz- und Machtspielereien sind unangemessen.

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