Von allen guten und bösen Geistern verlassen

Entgegen der Hoffnung von Politikern werden die Deutschen Ostern mehrheitlich nicht allein zu Hause verbringen. Eindrücke einer Irrfahrt.

Stiller Lockdown

Eingesperrt und kontinuierlich jedwedes Lebenswillens beraubt. Kontaktbeschränkungen und Lockdown erinnern mich an „Harry Potter und der Gefangene von Askaban“. Die Frage ist nur, wem aktuell die Rolle der Dementoren zugeschrieben werden kann.

Bis heute morgen ging ich zwar von einem erneuten Lockdown aus. Auch eine mögliche Verschärfung konnte man erwarten. Was ich heute Morgen dann in der Zeitung las, ist an Konzeptlosigkeit nicht zu überbieten. Ganz ehrlich, langsam, aber sicher kommen bei mir auch Zweifel aus.

Über die Gefährlichkeit von Covid-19 brauchen wir hier an dieser Stelle nicht zu diskutieren. Sie steht für mich außer Frage. Ebenso wie die prinzipielle Notwendigkeit, Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie zu ergreifen. Auch halte ich Impfen für den unbestritten notwendig.

Mit den Maßnahmen und Entscheidungen der Bundesregierung und der Bundesländer war ich bisher auch einverstanden, auch wenn ich einige Entscheidung für merkwürdig hielt. Insbesondere die meiner Meinung nach frühzeitige Öffnung von Schulen. Was aber jetzt für Ostern vorgesehen ist, führt bei mir nur noch zu Kopfschütteln. Zudem befürchte ich, dass meine Reaktion noch vergleichsweise harmlos ist. Trotz Murren werde ich mich an die Auflagen halten. Die Menschen im Land sind jedoch mittlerweile müde vom Lockdown, wie Uwe Jahn auf tagesschau.de schreibt.

Fatale Ostern

Viele, so Jahn, verlieren die Geduld. Angesicht von Vorteilsnahme, fehlendem Impfstoff und gleichzeitig Impfdosen, die ungeimpft verfallen. Man verliert das Vertrauen in die Politik, auch wenn man bisher so wie ich die Fahne hochgehalten hat. Die Stimmung dreht sich nicht nur bei mir.

Eingestellt darauf, Ostern zu Hause zu verbringen, hatte ich mich bereits. Geschenk, das ist kein Drama. Als ungerecht empfinde ich es, Urlaub in Deutschland kategorisch zu verbieten, obwohl es taugliche Hygienekonzepte gibt, gleichzeitig aber Urlaub in Nicht-Risikogebiete zu gestatten. Ehrlich, das ist einfach nicht vermittelbar.

Ebenfalls unverständlich sind die Kontaktbeschränkungen für Familien. Treffen mit einem weiteren Hausstand mit maximal fünf Personen, mehr ist nicht drin. Gleichzeitig schaut man aber tatenlos zu, während Covidiot ohne Maske in Innenstädten Polonaise tanzen. Familien, die daher Ostern wie üblich feiern, kann ich mittlerweile verstehen.

Während man sich geschickt um eine Ausgangssperre herumlaviert, schickt man den Handel für fünf Tagen in den Tiefschlaf. Daher wurde beschlossen, Gründonnerstag und Ostersamstag wie Feiertag zu behandeln. Für Tankstellen und ausschließlich Lebensmittelgeschäfte gibt es am Ostersamstag eine Ausnahme, alles andere hat zu. Bedeutet aber umgekehrt auch, dass Gründonnerstag alle Geschäfte geschlossen sind.

Milchmädchenrechnung der Politik

Genau an diesem Punkt endet mein Verständnis. Für mich ist das eine Milchmädchenrechnung. Persönlich rechne ich mit Hamsterkäufen und überfüllten Supermärkten am 31. März. Genau das, was wir derzeit nicht brauchen.

Völlig daneben finde ich auch, zweimal wöchentlich Corona-Test in Schulen vorzuschreiben. Nicht nur, dass es reihenweise an den Testkits mangelt. Lehrkräfte sollen auch noch agieren wie medizinische Personal. Das Chaos im Klassenraum kann ich mir gut vorstellen, auch den zeitlichen Aufwand. Pro Klasse und Testdurchlauf geht wird das wohl gut und gerne eine Unterrichtsstunde in Anspruch nehme. Am Ende über bleibt dann Abfall, der eigentlich wie biologisches Gefahrgut behandelt werden muss.

Sollte der Kurs so beibehalten werden, werden wir nach Ostern in Katastrophe stolpern. Blind oder sehenden Auges, das kann jeder für sich selber beantworten.

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