Von allen guten und bösen Geistern verlassen

Am vergangenen Samstag wurden die ersten Schnelltests zum Nachweis des Coronavirus bei zwei deutschen Discounter verkauft. Das wirft Fragen auf.

Neulich im Supermarkt

„500 g Hackfleisch und einen Corona-Test“ — man stelle sich die Szenen beim Discounter und im Supermarkt einfach mal bildlich vor. Mehr bleibt mir aktuell auch nicht, denn ich gehöre zu denjenigen, die nicht am vergangen Samstag sofort zum Discount gestürmt sind, um etwa bei Aldi für rund 25 Euro einen Fünferpack Schnelltests zu kaufen. Dafür gibt es bei mir eine ganze Reihe von Gründen. So gut es geht, versuche ich überflüssige Einkäufe zu vermeiden. Ein Wocheneinkauf muss reichen. Klar, Lidl hatte die Schnelltests online im Angebot. Ich sprach allerdings auch von einer Reihe Gründen, die aus meiner Sicht gegen den Kauf sprechen.

Bevor ich ein paar Fakten aus der Süddeutschen Zeitung dazu zitiere, erst mal meine persönliche Haltung zu den Tests. Mir erschließt sich nicht deren Sinn. Wenn ich Symptomen einer Covid-19-Erkrankung habe, muss ich das ärztlich abklären lassen. Zu Hause selber auskurieren ist wohl das Dümmste, was man in so einem Fall machen kann.

Von mir selber weiß ich auch ziemlich gut, in welchem Umfang ich die Kontaktbeschränkungen einhalte. Meine Frau und ich sind da streckenweise päpstlicher als der Papst. Das ist auch gut so.

Aussagekraft von Schnelltests

Beim Thema Schnelltest aus dem Discounter habe ich immer auch den leisen Verdacht, der würde besonders interessant für Risikogruppen sein. Also solche, die trotz Lockdown in Partystimmung sind und ein negatives „Home made“ Testergebnisse dann als Ausrede und fürs gute Gewissen verwenden. Party machen, weil wir sind ja schließlich alle negativ.

In der SZ von heute findet sich ein längerer Artikel, der sich mit den unterschiedlichen Tests auseinandersetzt. Grob unterschieden werden sogenannte PCR-Tests und Antigen-Test. Bei den PCR-Tests gibt es eine Laboruntersuchung. Die Selbsttests auf Basis möglicher gebildeter Antigene kommen ohne aus. Sie sind so konzipiert, dass man keinen Abstrich aus dem Rachenraum benötigt, bei dem man sich als Laie verletzten kann. Teststäbchen in die Nase und entlang der Nasenschleimhaut rollen. Dann ab damit ist Proberöhrchen und mit der Testflüssigkeit verrühren (nicht schütteln). Anschließend wird ein Topfen der Lösung dann aus Testgerät gegeben.

Die Aussage ist dann nicht etwa, ob man schwanger ist, sondern das zur Zeit keine Infektion mit Covid-19 nachgewiesen werden konnte. Genau, es konnte nichts nachgewiesen werden, was eben nicht heißt, dass man nicht infiziert ist. So kann es sein, dass man etwas falsch gemacht hat. Oder aber dazu derzeit im eigenen Körper noch zu wenig Antikörper vorhanden sind.

Für mich wird so ein Schnelltest dadurch gefährlich, weil er Laien eine falsche Sicherheit suggeriert. Das kann dann zu einer höheren Risikobereitschaft führen.

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