Von allen guten und bösen Geistern verlassen

Die letzte Station von Borkum ist bekanntlich Emden Außenhafen. Für viele ist die Insel derzeit weiter denn je.

Ortswechsel während einer Pandemie

Nächste Woche wohnen meine Frau bereits ein halbes Jahr in Emden. Der Ortswechsel aus dem Rheinland nach Ostfriesland hat uns insgesamt gutgetan. Auch wenn es Anlaufschwierigkeiten gab und der Lockdown immer wieder einen Strich durch die Planung macht. Überhaupt den Umzug geschafft zu haben, trotz der Pandemie, erscheint schon wie ein Wunder. Aber darum soll es heute eigentlich nicht gehen, auch wenn Pandemie und Lockdown ständig präsent sind. Von den großen Wegen zu den kleinen. Für uns war es einer der Gründe für den Umzug. Im Idealfall liegen zwischen Köln und Emden Außenhafen vier Stunden Bahnfahrt mit dem IC. Oft genug unterwegs in den Urlaub auf Borkum lag dieser Idealfall weit weg von der Realität.

Ja, auch hier in Emden kann man trotz der Nähe zur Fähre Richtung Borkum manchmal richtig ins Klo greifen. So wie im vergangenen Herbst, als wieder mal alles so richtig schief ging. Mittlerweile wären schon froh, überhaupt mal wieder auf die Insel zu kommen. So nah und doch so fern, der Lockdown verhindert den Aufenthalt auf unserer Lieblingsinsel. Ein wenig lässt sich das Fernweh, was ja nach Köln eher ein Nahweh geworden ist, dennoch stillen.

Zu Fuß Richtung Emden Außenhafen

Wie nah der Außenhafen tatsächlich ist, konnten wir gestern ausprobieren. Ein kleiner Spaziergang, bereits nach rund 50 Minuten sahen wir das Schild Emden Außenhafen. Ein komplett leerer IC stand am Bahnsteig, die Fähre nach Borkum war nirgends zu sehen. Der Parkplatz verwaist, nicht mal Möwe ließen sich blicken.

Uns gab es aber die Möglichkeit, vor Ort einmal richtig in Ruhe umzusehen. Sonst war das immer mit dem Reisestress verbunden und Emden Außenhafen lediglich eine notwendige Zwischenstation. Es ist schon großartig, tatsächlich mal eben zu Fuß dorthin zu gelangen. Mit dem Fahrrad wäre man sogar noch schneller dort. Jenseits der Pandemie könnte man wirklich mal eben rüber auf die Insel. Wobei die Fährpreise gesalzen sind und einem wirklich spontanen Tagesausflug. Pro Person werden beim Strandticket 35 Euro fällig. Enthalten darin ist die Hin- und Rückfahrt mit dem Katamaran, so wie der Gästebeitrag (früher bekannt als Kurtaxe). Zum Vergleich: Von Dagebüll nach Wyk auf Föhr kosten Hin- und Rückfahrt 14,80 Euro. Dabei kann man innerhalb von zwei Monaten selber entscheiden, wann man wieder zurück möchte. Die gleiche Option bei der AG Ems kostet bereits 42,60 Euro. Wer es dann noch mal schneller möchte, zahlt dann den Aufschlag für die Fahrt mit dem Katamaran.

Als ehemaliger Besitzer einer bahn.comfort 100 Karte stoße ich mich vermutlich zwangsläufig an solchen Preisen, für die es abgesehen von einer 10er Karte keine weitere Option gibt. Da wünscht man sich, nicht nur zum Außenhafen laufen zu können, sondern gleich direkt rüber zur Insel.

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