Von allen guten und bösen Geistern verlassen

Im Sommer ist die Heizung für die meisten Schnee von gestern. Ein kalter Winter erinnert uns dann an ihre Bedeutung.

Wärme ohne Gedanken

Wärme ist bei mir leider kein Thema, an das ich keine Gedanken verschwenden muss. Das und die unterschiedlichen Arten von Heizungen begleitet mich schon mein ganzes Leben lang. Aufgewachsen bin ich in einem Haus ohne Zentralheizung. Bei uns gab es anfangs Öl-Öfen, später dann Holz-Kohle (ausgelegt auf beide Arten Brennmaterial) Öfen. Eine Sauerei ist beides. Öl rußt ziemlich, Holz und Kohle müssen geschleppt werden. Wie das so ist, einen Haufen Kohle und Briketts für den Winter zu haben, weiß ich genau.

Die Art des Heizens ist auch eine ganz andere. Man dreht nicht einfach an einem Regler, sondern steuert über die Menge des Brennmaterials und die Zufuhr von Luft. Vergisst man Brennstoff nachzulegen, ist es morgens ziemlich kalt. Die Abgabe von Wärme stoppt im Übrigen nicht einfach dann, wenn die Zieltemperatur im Raum erreicht ist.

Meine erste eigene Wohnung im Studium stellte einen kleinen Schritt der Verbesserung dar. Natürlich keine Zentralheizung, sondern im Badezimmer und Wohnzimmer eine Gasheizung. Bei der im Badezimmer musste man sogar zur Inbetriebnahme das Gas mit einem Streichholz selber anzünden. Eine sehr direkte Form der Wärme auf jeden Fall. Dafür liefen in der Küche und im Schlafzimmer elektrische Heizungen, die Geld in Wärme umwandeln konnten.

Fortschritt bei der Heizung

In der zweiten Wohnung gab es dann Fernwärme. Die meiste Zeit war es angenehm warm, viel Gedanken mussten sich meine Frau und ich nicht machen. Das galt dann auch für die nachfolgende Wohnung in Bielefeld, bei der die Heizung allerdings ab und an entlüftet werden musste. So richtige Kontrolle über die Wärmezufuhr hatten wird jedoch bis dahin nicht.

Mit der ersten Wohnung in Köln änderte sich genau das. Eine Gas-Etagen-Heizung. Hier konnten wir selber die Tages- und Nachttemperatur festlegen. Auch die dazugehörigen Zeitfenster. So richtig lange wohnten wir jedoch nicht dort, um sich intensiviere damit zu beschäftigen. Wir waren allerdings dabei, als auf Anweisung des Schornsteinfegers in alle Türen Lüftungsschlitze gesägt werden mussten.

In der autofreien Siedlung gab es dann eine Fußbodenheizung. Was sich für den ersten Moment wie ein Traum anhört, ist mit einer Menge Tücken behaftet. Nicht nur, dass man sich an die Wärme an den Füßen gewöhnt und irritiert ist, wenn es von unten dann trotzdem kalt ist. Eine Fußbodenheizung ist träge, verdammt träge. Über Nacht mal die Thermostate runter drehen brachten nur einen arschkalten Vormittag am nächsten Tag. Die meiste Zeit über hab es ab 22 Uhr einen spürbaren Anstieg der Temperatur bis in den Sauna-Bereich — die Kesselsteuerung galt zentral für alle sechs Parteien.

Autonomes heizen

Hier in Emden haben wir im Haus eine Gastherme, die nur für uns ist. Wir stellen selber die Temperatur ein und bestimmen, wann es wieder kalt wird. Allerdings ist nicht nur die Therme bereits in die Jahre gekommen, sondern auch die Heizkörper. Zuerst wurde es im Wohnzimmer nicht mehr richtig warm. Dann in der Küche. Vor ein paar Tagen im Flur und schließlich gestern bei mir im Arbeitszimmer.

Drei verschiedene Handwerker hatten wird zur Reparatur im Haus. Die ersten beiden über unseren Vermieter. Den ganz jungen Mitarbeiter fand ich extrem unsympathisch. Der älter für die Küche tauschte dann wohl mehr aus, als nötig war. Schließlich der letzte im Bunde, den wir von einer anderen Firma beauftragt hatten — hauptsächlich hatte er bei uns wegen der neuen Küche zu tun und wir wollten auf diese Wiese die Anzahl der Menschen im Haus reduzieren.

Meiner Frau und mir war er sofort sympathisch. Jemand, der nicht mehr macht, als nötig ist, nur damit die Kasse stimmt. Vor allem jemand, der genau erklärt, was er macht. So gut erklärt, dass man es nachvollziehen kann. Bei der Heizung hatte sich wie bei den anderen zuvor das Ventil verklemmt. Genau das löste er, ohne uns ein neues Thermostat zu verkaufen. „Ist ja nicht nötig“, so seine Meinung.

Probleme selber lösen

Als dann gestern die Heizung bei mir im Arbeitszimmer nicht warm wurde, ließen meine Nerven mich im Stich. Nicht schon wieder ein neuer Termin mit einem Handwerker. Ich erinnerte mich an den Letzten und bemühte Tante Google. Siehe da, das Problem mit einem festsitzenden Ventil lässt sich selber recht einfach lösen. Im Kopf hatte ich zu dem diesen einen Gedanken: „Kaputt ist es ja eh, also wenn ich es nicht hinbekomme, muss jemand von den Profis ran.“

Mit etwas Werkzeug und vor allem einer guten Erklärung machte ich mich ans Werk. Nach wenigen Minuten lief die Heizung wieder. Mir macht das Mut, auf diese Weise die in einigen Räumen sehr gammeligen Thermostate an den Heizungen selber zu tauschen. Auch weiß ich jetzt, wie ich die irgendwann später durch smarte Thermostate austauschen kann.

Im Übrigen, über dieses Thema konnten wir uns mit unserem Heizungsmonteure auch sehr gut unterhalten. Sein Tipp: Erst mal abwarten, bis die Therme getauscht wurde, vorher sei das wenige sinnvoll.

Auch ja, und wer wie ich wissen will, wie so ein Thermostat generell funktioniert, sollte sich dieses Video ansehen.

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