Von allen guten und bösen Geistern verlassen

Badinger kratzte sich am Kopf. „Das würde dann auch erklären, warum die Tatwaffe, immerhin ein sakraler Gegenstand, noch am Tatort lag.“

„Richtig. Weil es sich um eine Fälschung handelt.“

„Damit hätten wir auf jeden Fall schon mal ein gutes Motiv.“

„Wie brauchbar das ist, wir sich im Labor zeigen. Unsere Spurensicherung hat bereits Kontakt mit dem Rautenstrauch aufgenommen.“

„Rautenstrauch? Wer ist das?“:

„Falsche Frage. Nicht wer ist das, sondern was ist es. In der Kurzversion: ein Museum hier in Köln. Sie schicken uns jemand vom Schnücken vorbei, der sich mit Kirchenkrams auskennt.“

Badinger verzichtet darauf zu fragen, wer oder was Schnüttgen war.Für seinen ersten Arbeitstag in Köln waren es bereits viel zu viele Informationen. Hoppeln schlug Badinger vor, sich mit der Journalistin zu befassen. Möglicherweise hatte sie Informationen, die nicht in dem Artikel standen. In der Zwischenzeit würde er sich darum kümmern, wie es um den Obduktionsbericht stand. Ohne die Zustimmung von Badinger abzuwarten, stand Hoppel auf und verschwand. Badinger war wieder alleine mit der dürftigen Akte. Normalerweise hätte er jetzt das Internet bemüht, aber ohne freigeschalteten Rechner am Arbeitsplatz musste er auf die altmodische Tour vorgehen. Nacheinander zog er die Schreibtischschubladen auf. Bis auf ein paar Brötchenkrümel waren sie leer. Erst in der untersten fand Badinger das, worauf er spekuliert hatte. Ein Telefonbuch von Köln. Heike Feldkamp wurde nicht als Anschlussinhaberin geführt. Es hätte Badinger auch gewundert, wenn es so leicht gewesen wäre. Unter K schlug er Nummer des Zeitungsverlags nach und ließ sich mit der Redaktion verbinden. Der Redakteur am telfon wollte ihm weder eine Telefonnummer von Badinger noch ihre Anschrift geben. Auch Badingers Hinweis, er führe eine polizeiliche Ermittlung, half nicht weiter. Entnervt gab Badinger auf.

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