Von allen guten und bösen Geistern verlassen

Auf dem sachlich grauen Schreibtisch stand die übliche Ausstattung. Telefon, Bildschirm, Computer. Eine Tastatur, die für die Spurensicherung eine wahre Freude gewesen wäre.
Badinger nahm auf dem Schreibtischstuhl Platz. Das Gewicht von Schaffer hatte dem Stuhl arg zugesetzt. Badinger drehte sich hin und her. Zumindest über den Fensterausblick ließ sich nicht meckern. Domblick. An der Tür erkannte Badinger ein Poster von der Gewerkschaft der Polizei. Wieder eine Hinterlassenschaft von Schaffer. Badinger fragte sich, was er sonst noch in dem Büro finden würde. Ein Second-Hand Arbeitsplatz. Auf der anderen musste er sich selber fragen, was er denn erwartet hatte. Die offenen Arme, mit denen er empfangen werden wollte, gab es nicht mal in Bielefeld. Anerkennung musste sich erarbeitet werden. In Köln wie auch in anderen Städten. Badinger quälte den Schreibtisschstuhl durch ein paar Drehung hin und zurück. Ohne zu klopfen, trat Hoppel durch die Tür.

„Das reicht jetzt erstmal als Pause. Zugangsdaten für den PC bekommst du in der Mittagspause. Rathmann will dich gleich auch noch mal sehen und mit dir den üblichen Kram durchgehen. Jetzt liegt aber erstmal etwas Arbeit vor uns.“

„Wie hasst du dir die Aufteilung vorgestellt?“ Badinger gab sich Mühe, seine Stimm neutral klingen zu lassen.

„Den Bericht von heute morgen werde ich schreiben. Du kannst dich schon mal hiermit beschäftigen.“

Hoppel legte eine dünne Aktenmappe auf dem Schreibtisch ab.

„Ist nicht viel. Schau einfach rein. Ich brauch erstmal einen anständigen Kaffee. Kleiner Tipp, den Besprechungskaffee kannst du vergessen. Kleemann ist zwar wirklich eine Seele von Sekretärin, aber wenn man sie darum bittet, Kaffee zu kochen, ist das Ergebnis ungenießbar.“

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