Von allen guten und bösen Geistern verlassen

Ein Inbus Schlüssel liegt den meisten IKEA-Produkten zum aufbauen bei. Vermutlich meistens aber nicht als Original.

Licht im Schwinden

Nicht nur das Licht des Abendsterns schwindet, sondern auch ein Klassiker der Möbelaufbaukultur. IKEA ließ verlautet, im Jahr 2021 würde man keinen gedruckten Katalog mehr herausbringen. Dabei gehört der jährliche Katalog des schwedischen Möbelhauses ein Stück weit zur Kultur. Über die Jahre hinweg lässt sich auch darin der Wandel des Wohnens ablesen.

Unser 2020-Katalog von IKEA viel dem Umzug zum Opfer. Und auch der Umstand, dass es hier oben in Emden kein schwedisches Möbelhaus in der Nähe (ohne Auto erreichbar für uns) gibt. Wäre mir im Sommer bewusst gewesen, den Letzten seiner Art leichtsinnig ins Altpapier zu geben, hätte ich mich anders entschieden. Wer weiß, ob so ein 2020er Katalog in ein paar Jahren nicht eine ordentliche Summe bei ebay erzielt.

Immerhin bleibt eine Sache bei IKEA zuverlässig gleich. Der den Möbeln beiliegenden Sechskant-Schlüssel — von den meisten wohl als Inbus Schlüssel bezeichnet, aber dazu später mehr.

Wer häufiger bei IKEA einkauft, wird vermutlich von den Inbus Schlüsseln eine mindestens genauso große Sammlung zu Hause haben wie an halben Bleistiften aus dem Möbelhaus.

Wie dem auch sei, wenn ich ehrlich bin, konnte ich mit den Katalogen bereits schon seit ein paar Jahren nichts mehr anfangen. Ein Besuch im Möbelhaus empfand ich als deutlich schneller und praktischer. Zudem sind Möbel auch ein sehr haptisches Produkt.

Der original Inbus

Kommen wir aber zum Inbus (früher sprach ich immer von einem Imbus, was natürlich völliger Blödsinn ist). Bis gestern war mir nicht klar, dass Inbus nicht einfach nur so eine Bezeichnung ist. Ich hab den Begriff einfach so verwendet, wie man Tempo sagt, wenn man eigentlich Taschentücher meint. Der Vergleich ist sogar ziemlich gut, denn es gibt tatsächlich den original Inbus (Schlüssel).

Wie ich überhaupt auf das Thema gekommen bin, ist ähnlich spannend. Wir erinnern uns: Die Sache mit dem defekten 3-D-Drucker. Nach einem längeren Austausch mit dem Support von Anycubic ist jetzt klar, wo das Problem sitzt. Das Motherboard ist defekt und wird kostenlos ausgetauscht. Nein falsch, nicht ausgetauscht. Ich bekomme ein neues zugeschickt. Austauschen muss ich es selber. Das wird noch eine richtige Herausforderung.

Jedenfalls, im Anleitungsvideo wird als Werkzeug ein M2.5 Allen Key erwähnt. Bisher kam ich mit einem kleinen Sechskant-Schlüssel gut zurecht, aber im Gehäuse in der Nähe von empfindlichen Teilen kann ich damit nicht arbeiten. Also machte ich mich auf die Suche.

Nützliches Werkzeug zur Hand

Online gibt es eine ganze Reihe von Optionen für so einen Sechskant-Schlüssel. Man kann sich sogar überlegen, ob man ein ganzes Set oder nur einzeln kaufen möchte. Mir reicht einer. Der sollte aber wie im Video eine T-Form haben. Mit bestimmten Vorstellungen wurde die Auswahl dann rasch kleiner. Schließlich landete ich bei Inbus und war erst mal verwundert.

Am 24.12.1934 wurde der Innen­sechskant der Firma Bauer und Schaurte aus Neuss entwickelt. Die Anfangsbuchstaben ergaben dann die Bezeichnung Inbus. Die dazugehörigen Schrauben werden nach DIN 912/ISO 4762 nach wie vor produziert.

Im Übrigen: Bereits 1910 ließ sich in den USA William G. Allen den Hexschraubenkopf patentieren. Daher also die Bezeichnung Allen Key im Video von Anycubic.

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