Von allen guten und bösen Geistern verlassen

Die beste Strategie hat mit einem Exit zu tun. Für den Urlaub besser als für Großbritannien und weniger politisch brisant.

Ära der Einmal-Spiele

Als passionierter Brettspiele und langjähriger Sammler habe ich so meine liebe Not mit wegwerfen. Getrennt habe ich mich fast nur dann von Brettspielen, wenn sie für mich nicht mehr funktionierten — ich sie also spielerisch nicht reizvoll fand. Auf diese Weise schrumpfte meine Sammlung im vergangenen Jahr bis zum Frühjahr 2020 um die Hälfte. Weggeworfen habe ich davon nichts, wobei das nicht ganz so stimmt. Ein Spiel wanderte tatsächlich ins Altpapier. Hört sich wie ein Sakrileg an, aber das Spiel konnte nicht mehr gespielt werden.

Es handelt sich dabei um „Pandemic Legacy Season 2“. Wir hatten das Spiel schon vor zwei Jahren durchgespielt. Aufgrund der Natur des Legacy-Prinzips kann man die meisten dieser Art nur einmal spielen. Nicht mal weitergeben, da das Spielmaterial zum Teil unwiderruflich zerstört beziehungsweise verändert wird.

Immerhin verbrachten wir mit Pandemic Legacy Season 2 einige Stunde, sodass sich der Anschaffungspreis in jedem Fall rechnete. Was den Spielspaß angeht — aber darum geht es ja heute nicht. Was diese Sorte Spiele angeht, bin ich nach wie vor skeptisch. Bei „normalen“ Brettspielen kann ich ohne Probleme Verständnisprobleme etwa mit der Anleitung in der nächsten Partie korrigieren. Ich wiederhole mich vermutlich an dieser Stelle. Zeit für eine Exit Strategie.

Abendfüller mit Exit

Den Herbsturlaub auf Borkum würde ich weiterhin als durchwachsen bezeichnen. Eine der Gründe dafür liegt in der Ferienwohnung — kommt davon, wenn sich zwanzig Tage vor Urlaubsbeginn spontan entschließt, auf den schönsten Sandhaufen der Welt Urlaub zu machen. Kein ordentliches WLAN, kein richtiger Fernsehempfang und die Beleuchtung so toll, dass selbst lesen wegfiel.

Wie dem auch sei, für die Abende entdeckten meine Frau und ich dann eine Alternative für uns. Wir kauften unser erstes Spiel aus der Exit Reihe von Kosmos. Es wurden dann drei Stunde mit gemeinsamen rätseln und toller Unterhaltung. Gut, wir haben erheblich lange gebraucht, um uns dem abstürzenden Flugzeug zu retten. Spaß machte es dennoch. Noch im Urlaub folgten dann zwei weitere Exit Spiele. Wir schlugen und ganz ordentlich bei „Das mysteriöse Museum“ und machten eine interessante Entdeckung in der „Geisterbahn des Schreckens“.

Klar, so ein Exit Spiel ist bereits nach einer Partie reif für die Tonne. Allerdings kann ich nicht leugnen, bisher jedes Mal gut unterhalten zu werden. Es trainiert auch, Texte sehr aufmerksam zu lesen und Sachen genau zu betrachten. Wenn man will, auch eine Form der Entspannung vom Alltag.

Im Übrigen haben wir das Angebot eines lokalen Supermarkts diese Woche genutzt, um uns einen Vorrat anzulegen. Nicht Klopapier, sondern Exit-Spiele.

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