Von allen guten und bösen Geistern verlassen

Theoretisch lässt sich jedes leckere Rezept in Verbranntes umwandeln. Dazu reicht einfach eine Portion Unaufmerksamkeit.

Eigener Herd ist Goldes wert

Langsam, aber nachdrücklich gewinne ich den Eindruck, in Köln acht Jahre auf Sparflamme gekocht zu haben. Im wahrsten Sinne des Wortes. So dauerte es etwa 15 bis 20 Minuten, bis ein Topf mit fünf Liter Wasser kochte. Dabei zogen wir in eine Wohnung mit einer quasi neuen Küche, deren Herd nie benutzt worden war. Vielleicht ist aber genau das Problem.

Blicken wir zurück in meine Anfangszeit im Studium in Bielefeld. In meiner ersten eigenen Wohnung schloss ich den gebrachten E-Herd selber an. Nicht wissen, dass man als Laie von Starkstrom besser die Finger von lassen sollte. Zum Glück lief alles gut — andernfalls würde ich sonst wohl heute nicht diese Zeilen schreiben können. Jedenfalls wusste ich dann, wie viel man eigentlich beim Anschluss falsch machen kann. In der drauf folgenden Wohnung wurde mit einem vorhandenen Gasherd gekocht. Eine interessante Erfahrung, die aber etwas umdenken beim Kochen erfordert.

Spulen wir vor Richtung autofreie Siedlung. Rückblickend drängt sich mir nämlich der Verdacht auf, in der sogenannten Musterwohnung sei der E-Herd nicht richtig angeschlossen worden. Der dreißig Jahre alte E-Herd hier im Haus in Emden hat im direkten Vergleich nämlich richtig Power. Verbranntes lässt sich leider damit aber auch sehr Problems produzieren.

Verbranntes schmeckt verbrannt

Die wohl wichtigste Lehre, wenn es um Verbranntes geht: Verbranntes schmeckt auch weiterhin verbrannt, egal was man für Hausmittel ausprobiert. Möglicherweise lässt sich eventuell ein leichter Kochunfall kaschieren. Hat man aber richtig Verbranntes vor sich, hilft nichts. Diese bittere Erfahrung musste ich gestern Abend beim Gulasch machen.

So ein Gulasch braucht etwas Zeit, ungefähr zwei Stunden. Die verbringe zumindest ich nicht in der Küche, nur um dem Essen beim Schmoren zuzusehen. Hätte ich aber wohl besser gemacht, denn dann wäre das wohl nicht passiert. Zum leisen kochen (auch so eine blöde Bezeichnung) wählte ich die gleiche Einstellung am Herd wie aus Köln gewöhnt. In den zwei Stunden sah ich sogar dreimal nach dem Gulasch. Rührte um, es roch noch ganz gut.

Gegen Ende der Partie Root gegen meine Frau roch es dann bis in die erste Etage recht streng. Wir stolperten so schnell es ging die Treppe herunter, um nach dem Gulasch zu sehen. Merke: Abzugshaube an, Küchentür zu sind auch Faktoren, bei dem man vom Kochvorgang außerhalb der Küche wenig mitbekommt. Mit einem halben Liter Rotwein, Zucker, Natron, zwei Paprikaschoten und Wasser versuchte ich in einem neuen Topf zu retten, was ich noch zu retten glaubte.

Gulasch mit Raucharoma

Anders als meine Frau wollte ich es einfach nicht wahrhaben. Das konnte doch einfach nicht sein. So schlimm wäre es wohl nicht. Leicht Verbranntes kann man doch noch essen. Tapfer aß ich dann auch zwei Portion mit Knödel und nein, eigentlich war es ungenießbar.

Wegschmeißen wäre in jedem Fall besser gewesen. Schade um die Zutaten, aber noch blöder war es, noch Paprika und einen halben Liter guten Rotwein hinterherzuwerfen. Zur Strafe musste ich dann auch noch den gusseisernen Topf sauber machen. Da saß eine richtig verbannte Kruste fest. Immerhin, hier halfen die Hausmittel zum sauber machen ganz gut.

Zusammengefasst: Die beste Rettung für Verbranntes ist die Restmülltonne.

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