Von allen guten und bösen Geistern verlassen

Zurück im Zimmer, diesmal mit dem Aufzug, suchte Badinger das Nötigste zusammen. Bis zum Dienstantritt blieb ihm noch eine dreiviertel Stunde, die er lieber draußen als im Hotel verbringen wollte.

„Einen schönen Tag noch“ rief ihm der Portier am Empfang mit einem breiten Grinsen, um dessen Beseitigung sich Badinger bei mehr zur Verfügung stehender Zeit intensiv bemüht hätte. Gegenüber vom Hotel sah ein Friseurgeschäft. Badinger zuckte mit den Schultern. Um so was konnte man sich immer noch später kümmern. Einen andern Wegen nehmend steuert er auf den Dom zu. Erst vor Kurzem in der Stadt angekommen, erkannte er bereits, wie gut man sich an dem Wahrzeichen der Stadt orientieren konnte. Auf der Domplatte tummelten sich bereits die Touristen. Verkleidet Pantomimen forderten zum gemeinsamen Foto ein, um auf diese Weise ihren Lebensunterhalt zu sichern.

Badinger fiel auf der Kontrast zwischen Arm und Reich auf. Nicht sein Problem. Möglicherweise aber auch ein Grund, warum in Köln die Arbeit für ihn nicht ausgehen würde. Von dem, was er sich im Internet rausgesucht hatte, wusste Badinger, dass das Polizeipräsidium längst nicht mehr am Waidmarkt lag. Man hatte den Neubau rechtsrheinisch in Kalk errichtet. Vermutlich aus Gründen, die ihn als neu Zugezogenen wenig interessierten. Relevanz für Badinger hatte lediglich der Weg dorthin. Zu Fuß würde er dorthin zwar auch gelangen, aber das Laufen über längere Strecken war ihm verhasst. Neben einer Wohnung stand ein Auto an zweiter Stelle seiner Prioritätenliste.

In Bielefeld gab es für ihn nie einen Grund, mehr als den Dienstwagen besitzen zu wollen. In der Stadt in Ostwestfalen ließ sich privat alles aus so erreichen und beim Rest verspürte er nie den Drang, es sich anzusehen. Andere kamen zum wandern in den Teutoburger Wald. Badinger gehörte nicht dazu.

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