Von allen guten und bösen Geistern verlassen

Mülltonnen immer abschließen

Am Ende des Konsums stehen die in der Regel Mülltonnen. In ihrem natürlichen Lebensumfeld werden sie oft übersehen.

Gedankenloser Abfall

Sieht man sich Großstädte wie Köln an, kommt man schnell in Bezug auf Müll auf merkwürdige Gedanken. Beziehungsweise, es beschleicht einen das Gefühl, dass sich viele keinen Gedanken um ihren Müll machen. Der landet nämlich meistens einfach auf den Boden. Selbst dann, wenn Abfalleimer in der Nähe stehen. Wer seine Stadt liebt, der hält sie rein — so sollte es eigentlich sein.

Wobei, eigentlich ist das gar nicht mein Thema heute. Zwar geht es um Abfall, jedoch im Wesentlichen um Mülltonnen. Genau gesagt um die heimischen Behälter für die Reste unseres Konsums. In meinem bisherigen Leben habe ich mir über Mülltonnen fast keine Gedanken gemacht. In meiner Kindheit gab es nur eine Mülltonne zu Hause. Getrennt wurde trotzdem. In das, was sich verbrennen lässt, Bioabfälle für den eigenen Komposthaufen im Garten und der Rest. Nur der Rest kam in die Tonne. Umweltbewusst war allenfalls die Sache mit dem Komposthaufen. Was die anderen beiden Arten der Entsorgung angeht, nun ja, es waren halt die 1970 bis 1980 Jahre.

Als Heranwachsender umwickelte ich ein Bewusstsein für Umweltschutz. Was genau mit den Tonnen wöchentlich passierte, interessierte mich nach wie vor nicht. Im Studium in Bielefeld musste ich mir dann zum ersten Mal Tüten für den Gelben Sack holen.

Verschlossen Mülltonnen

Getrennt habe ich dann in Bielefeld Altpapier, Gelber Sacke und natürlich Altglas. Über Mülltonnen machte ich mir die ganzen Jahre genauso wenig Gedanken wie später in Köln. Das in der ersten Wohnung alles in eine Tonne kam, die auch noch im Hausflur stand — geschenkt. Das in der autofreien Siedlung Müllwichteln betreiben wurde ebenso. Klar ärgerte es mich gelegentlich, wenn Nachbarn mit ihrem Müll unsere Tonne verstopfen. Mehr aber nicht.

Hier in Emden sieht das alles etwas anders aus. Die Abfuhrtermine sind seltener, Biomüll wird nicht getrennt, sondern wandert in den Restmüll. Die Mülltonnen dafür sind verschließbar, denn die Sorte Müll wird gewogen. Man bezahlt pro Leerung (Minimum 12 Mal im Jahr) und für das entsorgte Gewicht.

Daher lassen sich die Mülltonnen auch abschließen. Nur unsere nicht, denn die Vormieter verbummelten wohl den Schlüssel. Zumindest glaubte ich das bis heute. Noch vor der Arbeit fuhr ich mit dem Fahrrad zu BEE Emden, um mir ein neues Mülltonnenschloss zu besorgen. Der Spaß kostet 11, sieht in Rot aber immerhin schick aus. Zu Hause angekommen sah ich mir die Schrauben des alten Schlosses kurz an und ließ den Deckel der Tonne wieder zufallen. Wie der Einbau funktionieren soll, wurde mir von einem BEE Mitarbeiter zuvor gut erklärt.

Was nicht passt

Als ich dann das neue Schloss montieren wollte, stand ich vor einem Problem. Mit einem verschlossenen Deckel ließ sich das alte Schloss nicht ausbauen. Daher musste ich den Schlüsselfundus der Vormieter (Originalton: Da wissen wir auch nicht, wo für die sind) durchwühlen. Tatsächlich, zwei der Schlüssel passten. Der Deckel ließ sich wieder öffnen. Das neue Schloss hätte ich mir demnach sparen können. Damit der Weg heute Morgen nicht umsonst (kostenlos war er ja schon nicht) gewesen sein würde, wollte ich jetzt das alte Schloss trotzdem ersetzen.

Nächstes Problem: Eine Schraube hat kein Profil mehr am Kopf, bei der anderen ist des völlig ausgenudelt. Großartig. Jetzt lasse ich einen Experten (meine Frau ran). Wenn sie dann auch keinen Erfolg hat, werde ich wohl noch mal bei der BEE anrufen. Das alles nur, um ein Müllwichteln auf unsere Kosten zu verhindern.

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