Von allen guten und bösen Geistern verlassen

Menschen ärgern sich über unterschiedliche Dingen. Manche führen sogar eine Liste für die Aufreger der Woche.

Ab die Post

Für nicht wenige Facebook-Nutzer und Leserbriefschreiber gab es bereits gestern den Aufreger der Woche. Der Montag ist eben kein Schontag. Wir es aber wohl künftig im Hinblick auf Mahnschreiben, Rechnung und Drohbriefe — zumindest, wenn diese ausschließlich analog mit der Deutschen Post verschickt werden.

Diese lies nämlich mal wieder durchblicken, was sie von einer kostspieligen flächendeckenden Briefzustellung hält. Relativ wenig.

Ja, wir alle haben diese verklärt-romantische Bild im Kopf. Von einem Post-Beamten, der sich durch Wind und Wetter zu einem einsamen Haus vorkämpft, um dort einen Brief zuzustellen. Oder die Postreiter im Wilden Westen.

Gemeinsam mit der Wirklichkeit haben diese Bilder den Umstand, dass es sich bei der Tätigkeit nach wie vor um einen schlecht bezahlten Knochenjob handelt. Aktuell kämpft die entsprechende Gewerkschaft hier in Deutschland für höhere Löhne der rund 140 000 Beschäftigten.

Briefe an Privatleute, so das Gedankenspiel in der Chefetage der Post, auf so was kann man doch am Montag verzichten. Sonntags gibt es schließlich auch keine Post, da fällt ein weiterer Tag ohne Zustellung nicht weiter ins Gewicht.

Halten wir aber an diese Stelle inne, denn für mich ist das kein Aufreger gewesen. Meine Post kommt in über 90 Prozent der Fälle per E-Mail. Und auf den Rest kann ich auch noch einen weiteren Tag warten.

Echte Aufreger

Echte Aufreger drehen sich nicht um Luxusprobleme. Zudem sollte man sich auch mal über den Tellerrand hinweg orientieren. Wobei bei vielen der Teller lediglich ein Kaffeeteller ist — was die eigene Perspektive noch weiter einschränkt.

Aufreger sollte der Umgang mit der Opposition in Belarus sein, das schamlose Verhalten von US-Präsident Donald Trump oder aber das Drama auf der griechischen Insel Lesbos.

Nach wie vor ringt unsere Bundesregierung damit, wie man mit den Tausenden Flüchtlingen umgehen soll, die durch den Brand des Flüchtlingslagers Moria ihre Unterkunft verloren haben. Bisher sollen lediglich 150 Kinder aufgenommen werden. Für viele in CDU und CSU ist bereits das schon zu viel. Wobei, so ganz richtig scheint es nicht zu sein. Innerhalb der CSU etwa ist man sich nicht ganz Grün in diesem Punkt. Während sich Innenminister Seehofer in Zurückhaltung übt, spricht der bayrische Ministerpräsident Söder von einer Christenpflicht, den Menschen zu helfen.

Auch auf EU-Ebene wird über den Umgang mit den Flüchtlingen gestritten. Die übernachten währenddessen unter freiem Himmel bei prekären sanitären Verhältnissen. Das ist definitiv ein Aufreger.

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