Von allen guten und bösen Geistern verlassen

Politisches Desinteresse trainieren

Je nach Shell-Studie und Hurrelmann-Faktor steigt beziehungsweise sinkt das gesellschaftliche Engagement. Politisches Desinteresse lässt sich dabei gezielt trainieren.

Über den Dächern von Emden

Die zweite Folge von Emden.Tv beschäftigte sich mit alten Häusern und Gebäuden in Emden. Dabei ging es nicht nur um private Hausbesitzer, die in liebevolle (und oftmals auch mühevoller) Kleinarbeit ihre denkmalgeschützten Häuser bewohnbar machten, sondern auch um Großprojekte. Dazu gehört etwa auch der Abriss der Gebäude auf dem ehemaligen ültje-Gelände. Nur ein Turm soll stehen bleiben, von dem man aus über die Dächer von Emden schauen kann.

Bei einer Einwohnerzahl von etwas über 50.000 und einer ganzen Reihe von Neubauprojekten wie auf dem Kasernengelände, dem Zollspeicher oder eben auf dem ültje-Gelände bin ich von Natur aus skeptisch. Von dem, was ich bisher weiß, werden das mehr oder weniger loftartige Wohnungen für kinderlose Besserverdiener. Davon scheint es in Emden jedoch auch nicht mehr zu geben als anderswo. Meiner persönlichen Meinung nach wäre soziale Wohnungsbauprojekte deutlich intelligenter — aber ich bin ja lediglich zugezogen und gerade mal zwei Wochen Neubürger.

Selbstverständlich bin ich hier oben im Norden weit weg vom Schuss beziehungsweise von vielen Dingen, die mich in Köln so maßlos aufgeregt haben. Im Übrigen wird heute in der Domstadt gewählt.

Kein politisches Desinteresse

Politisches Desinteresse macht sich bei mir trotzdem nicht breit. Sowohl für meine neue Heimat interessiere ich mich wie auch für die Stadt, in der ich immerhin zehn Jahre gelebt habe. Mir ist mehr oder weniger in die Wiege gelegt worden, politisches Desinteresse liegt mir einfach nicht.

Schon als Grundschüler beanspruchte ich nach dem Erwerb der Lesefähigkeit meinen Anteil an der Tageszeitung, um über mein Umfeld mehr zu erfahren. Eine ganze Reihe von Tiefschlägen und negativen Erfahrungen führte dann im Verlauf meines Lebens nicht dazu, dass sich dennoch politisches Desinteresse bei mir breit machte. Es führte zu einer wachen und beobachtenden Haltung. Parteien halte ich für wichtig, auch wenn ich vermutlich (man sollte ja nie nie sagen) keiner mehr beitreten werde.

Natürlich kann man schon mal gehörig den Kaffee aufhaben, wenn man sich sich einen großen Teil der aktuellen Entwicklungen anschaut. Das gilt im Kleinen wie im Großen. Wie wohl viele hoffe ich auf eine Wahlniederlage von Donald Trump — verbunden mit einem Abgang in Würde. Genau so hoffe ich bei der SPD auf Einsicht, mit ihrem Spitzenkandidaten auf dem falschen Kurs zu sein. Gut, das ist jetzt etwas zu blauäugig. Trotz merkwürdiger Verstrickungen werden die Sozialdemokraten an Olaf Scholz als Kanzlerkandidat festhalten. Es heisst also: Eisberg voraus!

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