Von allen guten und bösen Geistern verlassen

Zu einer angenehmen Arbeitsatmosphäre gehört auch der richtige Schreibtisch. Der Standort spielt jedoch auch eine Rolle.

Zimmer ohne Meerblick

In den letzten Jahren habe ich von meinem Schreibtisch aus immer auf eine Wand geblickt. In Bielefeld genau so wie in Köln. Auf Dauer kann so was depressiv machen. Insbesondere dann, wenn man wie zuletzt in Köln in der Wohnung die von links durchs Fenster scheinende Sonne aussperren muss, um überhaupt etwas auf dem Bildschirm erkennen zu können.

Im Dunkeln arbeiten, eine andere Wahl blieb mir oft nicht. Dabei bin ich kein Vampir, sondern jemand, der durchaus nicht lichtscheu ist. Bei der Aufteilung der Zimmer hier im neuen Haus erzielten meine Frau und ich schnelle eine Übereinkunft. Sie wollte unbedingt das Arbeitszimmer mit Blick in den Garten (Süden). Ich auf jeden Fall das Zimmer mit Blick Richtung Norden. Kein direktes Sonnenlicht mehr für mich ist das ideal. Mein Schreibtisch steht jetzt wieder wie zu Anfang meines Studiums in Bielefeld direkt am Fenster.

Natürlich wäre ein Blick aufs Meer noch deutlich angenehmer als auf die Häuser gegenüber. Immerhin, eine ganze Straße liegt als Abstand dazwischen. Deutlich angenehmer als in der autofreien Siedlung in Nippes. Mit meinem Schreibtisch in der zweiten Etage habe ich zudem den Eindruck, über den Dingen zu schweben.

Neugier am Schreibtisch

Klar höre ich hier oben an meinem Schreibtisch vorbeifahrende Autos. Die gab es in Nippes in der autofreien Siedlung selbstverständlich nur gelegentlich. Dafür aber mir aber niemand direkt unterm Fenster ein Kotet an die Wange. Keine spielenden Kinder (darum kümmern sich im Ernstfall die Autos).

Das Zimmer selber ist trotz Dachschräge erstaunlich groß. Viel Luft zum Atmen und die Gedanken fliegen zu lassen. Das gibt meiner Produktivität einen enormen Schwung. Selbst im müden Zustand kann ich deutlich konzentrierter arbeiten.

Durch die Fenster auf der gegenüberliegenden Seite spiegelt sich das, was vor meiner Haustür passiert. Praktisch, um meine Neugier zu befriedigen, ohne aufstehen zu müssen.

Verbesserungsmöglichkeiten gibt es natürlich, aber im Großen und Ganzen bin ich enorm zufrieden. Der Umzug von Köln nach Emden scheint auch in dieser Hinsicht ein voller Erfolg gewesen zu sein.

Im Übrigen hatte ich bis heute Morgen die Angst, hier oben im Arbeitszimmer die Türklingel nicht hören zu können. Bei den ganzen noch ausstehenden Zustellung wäre das ein Drama. Klar kann man das dann auch irgendwo abholen, aber Regale etwas bestellt ich nicht ohne Grund online— damit sie auch ohne eigenes Auto direkt zu mir nach Hause kommen. Zum Glück aber höre ich die Klingel, muss dann aber rasch 30 Stufen nach unten flitzen.

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