Von allen guten und bösen Geistern verlassen

Ein neuer Monat mit einem neuen Leben. Der von langer Hand geplante Neustart in Emden begann mit stotterndem Motor.

Vormieter aus der Hölle

Lange haben wir den Tag der Schlüsselübergabe für das Haus in Emden herbeigesehnt. Als es dann 29. August die Schlüssel bekamen, traf uns der Schlag. Das war alles gar nicht so, wie wir es in Erinnerung hatten. Leider waren wir zu erschlagen (auch vom bisherigen Stress), um die passende Worte zu finden. Auf der anderen Seite fehlten uns auch die Alternativen. Zeit für Nachbesserungen in Bezug auf die Renovierungen durch die Vormieter hatten wir einfach nicht. Nach dem Wochenende sollte der Umzugswagen kommen.

Wir unterschrieben also das Abnahmeprotokoll trotz Bauchschmerzen (die auch der Makler wohl hatte). Einen Tag später fanden wir dann noch eine ganze Reihe von versteckten „Ostereiern“. Müll, verschwiegene Schäden und eine Dunstabzugshaube, die sich den Stromkreis mit der Gastherme teilt — und in Folge dessen abschaltet, wenn man etwa heißes Wasser aufdreht. Von bergeweise alten Reinigungsmitteln in diversen Schränken mal ganz zu schweigen.

Eigentlich hätte man vor dem Einzug sanieren müssen — so passiert das jetzt mehr oder weniger am lebenden Objekt. Nun denn, auf der Haben-Seite stehen sechs Zimmer auf 100 qm in einem Mittel-Reihenhaus. Klar, vor unserer Haustür fahren Autos. Aber der Straße spielen keine Kinder oder sitzen Latte-Macchiato-Mütter.

Aufbruch zum Neustart

Nur wenige Fußminuten entfernt

Durchatmen dank Neustart

Sowohl für meine Frau als auch für mich ist der Neustart in Emden genau das, was wir dringend benötigten. Wir können endlich wieder aufatmen. Jeder hat jetzt ein eigenes Arbeitszimmer und als totalen Luxus haben wir sogar extra ein Zimmer nur für Brettspiele.

Die näher Umgebung ist genial. Grachten fast vor der Haustür, mit dem Fahrrad erreicht man in acht Minuten das Dollart Centrum zum Einkaufen. In der gleichen Zeit ist man per pedes beim Combi und Müller so wie ein netter Weinladen.

Manche mögen sich für ihren Neustart vielleicht schöneres Wetter als aktuell hier in Emden wünschen. Wir hingegen kennen Emden auch aus kalten, nassen Tagen Anfang November 2019 — bereits da hat uns die Seehafenstadt gefallen.

Der Neustart zeigt bei mir bereits die ersten Auswirkungen. Insgesamt bin ich ruhiger und gelassener. Bessere Luft, besseres schlafen und vor allem endlich wieder Fahrrad fahren. Das habe ich am meisten vermisst in Köln und Bielefeld. Hier in Emden ist es, wie so einiges andere auch, deutlich entspannter.

2 Kommentare

  1. Die Sache mit der Gastherme und der Dunstabzugshaube ist so wahrscheinlich genau richtig. Wenn es eine raumluftabhängige Therme ist und die Dunstabzugshaube eine Ablufthaube ist, dann ist das so Vorschrift. Die Alternative wäre, dass die Dunstabzugshaube nur bei offenem Fenster betrieben werden darf, was auch durch einen Kontakt technisch sichergestellt werden muß. Hintergrund: Die Dunstabzugshaube entzieht dem Raum Luft, erzeugt also einen Unterdruck im Raum – und der saugt dann die Abgase der Therme zurück in den Raum – das ist nicht soooo gesund. Ich habe auch so eine Konstruktion.
    Schornsteinfeger fragen, der ist dafür zuständig.

    Willkommen in Norden!

    1. Herzlichen Dank für die Info. Das klingt alles nachvollziehbar, ist aber im Winter dann etwas unpraktisch bei laufender Heizung. Schornsteinfeger kommt ja bald, den werde ich dann mal fragen. Zum Norden: Meiner Meinung nach der schönste Fleck :-)

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