Von allen guten und bösen Geistern verlassen

Scholz möchte Kanzler

Mit einem verbrauchten Kapitän lässt sich das Schiff der deutschen Sozialdemokratie nicht aus dem Stimmentief befreien.

In ihrer verzweifelten Stunden nominiert die Parteispitze Olaf Schola als Kanzlerkandidat. Der Zustand der SPD ist einfach nur zum Heulen.

Sozialdemokratische Hitzewelle

Das vergangene Wochenende soll Bereichen zu folge das heißeste dieses Jahr gewesen sein. Nicht jeder kann mit der Hitze gut umgehen. So manchem steigt sie Wort wörtlich zu Kopf. Kurzschlussreaktionen sind dann das Ergebnis. Von denen gab es offensichtlich in den letzten zwei Tagen eine ganze Reihe bei den Sozialdemokraten. Die Nominierung von Olaf Scholz stellt nur den vorläufigen Höhepunkt — besser wohl Tiefpunkt — dar.

Der SPD-Tandemfahrer an der Spitze der Partei, Norbert Walter-Borjans, warf am Wochenende Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) Versäumnisse im Umgang mit der Corna-Krise vor. Für mich gehört das bereits zur Wahlkampfmusik. Was bei einem normalen Thema bereits durchschaubare gewesen wäre, ist bei so was wie Covid-19 auch noch ziemlich daneben. Die Krise erfordert Einigkeit beider Koalitionspartnern. Soweit ich weiß, ist die SPD noch an der Bundesregierung beteiligt.

Den Leugner sollte man nicht unnötig weiteres Zündmaterial geben, sondern Kritik erst mal nicht öffentlich anbringen und gemeinsam an Lösungen arbeiten. Die Pflicht zur Vorsicht gilt nämlich auch in anderer Hinsicht, Herr Walter-Borjans.

Fast schon tragisch-komisch folgte dann eine Äußerung der Frau an der Spitze, Saskia Esken. Man sei offen für eine Koalition mit den Linken, so ihre Worte. Gut vorstellbar sei Bundesregierung aus Grünen, SPD und Linken mit der SPD als Juniorpartner. Dabei würden die Grünen den Kanzler beziehungsweise die Kanzlerin stellen.

Böswillig ließe sich hier ein klarer Fall von Sonnenstich erkennen. Abgesehen davon kann ich mir nicht vorstellen, dass Olaf Scholz so was mitmachen würde. Zu dem kommen wir aber gleich erst.

Scholz twittert Nominierung

Verkündung der Heilsbotschaft

Scholz per Twitter nominiert

Ein Dreierbündnis aus Grünen, SPD und Linken halte ich für nicht mehrheitsfähig. Auch nicht für besonders stabil und langlebig. Zudem steht die Frage ein Raum, warum sich die Grünen so was antun sollten. Sie könnte dabei deutlich mehr verlieren als bei einer Koalition mit der CDU/CSU etwa unter einem Kanzler Söder.

Kommen wir aber mal zum Kandidaten Olaf Scholz. Mehrfach habe ich mich hier in meinem Blog bereits zum ihm als denkbar schlechteste Option der SPD geäußert. Meiner Meinung nach ist seine Nominierung ein eklatanter Fehler. Es sei denn, es laufen Wetteinsätze, die Sozialdemokraten unter 10 Prozent bei der nächsten Bundestagswahl zu bekommen.

Über Scholz kann man natürlich trefflich streiten. Was aber nicht geht, ist die Art und Weise, wie viele SPD-Mitglieder von seiner Nominierung erfuhren. Er selber teilte es auf Twitter mit, nach dem die SPD-Spitze aus Esken und Walter-Borjans ihn vorschlugen und Präsidium so wie Vorstand einstimmig für die Nominierung votierten. So einen Vorgang wünscht man sich unter Basisdemokraten.

Immerhin, einen Vorteil hat dieser Kanzlerkandidat. Aus einem u lässt sich leicht ein o machen, so ließen sich alte Wahlplakate recyceln.

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