Hals voller Billigfleisch

Wenn ein ehemaliger Spitzenpolitiker ein in Verruf geratenes Unternehmen berät, hat das in jedem Fall einen Beigeschmack.

Für den eigenen schlechten Ruf sorgt so mancher Politiker von ganz alleine. Auch Sozialdemokraten bekommen den Hals nicht voll genug.

Fall der Sozialdemokratie

Der auch hier im Blog häufig erwähnte Sigmar Gabriel hat es geschafft, der deutschen Sozialdemokratie nachhaltig zu schaden. Nicht nur als aktiver Politiker und SPD-Vorsitzender, sondern auch noch im Nachgang seiner aktiven Laufbahn in der Partei.

Sicher, es gibt viele Politiker, die einfach nicht den Hals nicht voll bekommen. Die sich (siehe Philipp Amthor aus der CDU) „nebenbei“ als Lobbyist verdingen. Oder Steuern hinterziehen (eine der Kernkompetenzen etwas bei der FDP). Mir fällt spontan keine im Bundestag vertreten Partei ein, die frei von Skandalen ist.

Die SPD stellt also keine Ausnahme da, sondern das Verhalten von Sigmar Gabriel könnte als Regel angesehen werden. Dennoch, gutheißen kann man so was nicht. Selbst wenn seine Beziehungen zu Tönnies Jahre zurückliegen würden, hätten sie einen bitteren Beigeschmack.

Das Gabriel jedoch in diesem Jahr bei Tönnies als Berater tätig war, um angeblich auszuhelfen bei den Exportproblemen im Zusammenhang mit der afrikanischen Schweinegrippe, ist beschämend. Vor allem deshalb, weil Gabriel aus seiner Zeit als Bundeswirtschaftsminister sehr wohl von den Zuständen im Unternehmen gewusst hat. Gerade auch in Bezug auf die Werkverträge und die menschenunwürdigen Bedingungen.

Hals trifft Halsabschneider

Lobbyismus — Wer kann dazu schon nein sagen?

Fehlendes Rückgrat am Hals

Selber den Hals nicht voll zu bekommen geht meist Hand in Hand mit einem fehlenden Rückgrat. Es gibt Menschen, auch Politiker, die Haltung genug haben, um auf bestimmte Tätigkeiten und Beschäftigungen zu verzichten.

Sigmar Gabriel dagegen hat keine Probleme damit, für seine Beratertätigkeit bei Tönnies 10.000 € im Monat zu kassieren. Reisespesen kommen da noch oben drauf, wie man munkelt. Der derzeitige Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) spricht in diesem Zusammenhang davon, dass dies Zar wohl legal sei. Ob es auch legitim sei, darüber müsse man diskutieren.

Der Ex-SPD-Vorsitzende selber kann nichts Problematisches an seiner Tätigkeit erkennen. Zudem verteidigt er Clemens Tönnies auch noch. Es könne nicht sei, dass Tönnies zum Gesicht und Buhmann der gesamten Corona-Krise würde.

Während Herr Gabriel wohl den Hals nicht voll bekommt und keine Gewissensbisse verspürt, schlägt beim Fleischverarbeiter eine andere Gangart ein. Die dort tätigen Subunternehmen sind zur Zeit dabei, ihre Arbeiter in Kurzarbeit zu nötigen. Mit anderen Worten, Menschen, die ehedem schon einen Hungerlohn bekommen, sollen auch noch darum betrogen werden. Zudem wird dann der Staat und somit die Gesellschaft für das Missmanagement des Konzerns aufkommen.

Ich für meinen Teil bekomme bei solchen Meldungen einen Hals, wie man so schön sagt. Bei der SPD sollte man sich im Übrigen ernsthaft Gedanken machen, wie man wie zu einer wählbaren sozialdemokratische Partei werden will.

 

Im Übrigen, wo ich noch einen Hals kriege: Wenn man Texte wie das Impressum bei mir abschreibt und dann auch noch so blöd ist, sich über Rechtschreibfehler meinerseits zu beschweren.

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