Von allen guten und bösen Geistern verlassen

Abstinenz bei Brettspielen

Auf den ersten Blick tolle Projekte bei Kickstarter führen mitunter in die Kostenfalle. Gleichzeitig wird mit Rabatten für Schnellentschlossen Druck aufgebaut.

Genuss im Übermaß kann weiterreichende Folgen haben. Auch bei Brettspielen ist in Bezug auf Neuanschaffungen Abstinenz ein guter Schritt.

Kickstarter zieht Kohle ab

Aktuell liegt bei mir eine Abstinenz in Bezug auf Kickstarter vor. Keine Neuanschaffung mehr. Bei noch laufenden Projekten hoffe ich, noch vor der Auslieferung Anpassungen vornehmen zu können. Der Grund für die aktuelle Abstinenz auf der Plattform ist nämlich eigentlich recht banal. Solange noch nicht feststeht, wann wir wohin umziehen, ist jede Bestellung mit Risiko verbunden. Ich für meinen Teil glaube nicht an eine spätere problemlose Adressänderung.

Wobei wir schon bei Thema sind. Umzug bedeutet Kartons einpacken und wieder auspacken. Mehr neue Spiele ist gleichbedeutend mit mehr Kartons, die nötig sind. Die aktuelle Brettspielsammlung ist jetzt schon grenzwertig und sorgt bei Nichtspielern regelmäßig für Schnappatmung.

Es kommt aber noch ein weiterer, meiner Meinung nach wesentlicher Faktor hinzu. Die ausufernde Gier manche Anbieter bei Kickstarter. Ehrlich, ich finde das Spiel „Terraforming Mars“ gut. Es ist solide, macht Spaß, hat aber auch seine Tücken. Nach vielen Partien sehe ich eines der Hauptprobleme in der schieren Menge an Karten. Im Gegensatz zu „Space Corp“ sind die nicht auf Epoche aufgeteilt, sodass man zu Anfang Pech haben kann und mit Karten beginnt, die erst am Ende des Spiels richtig etwas bringen.

Terraforming Mars Big Box

Terraforming Mars Big Box

Vorteile der Abstinenz

Darum soll es aber hier nicht gehen. Eher darum, dass ich das neue Projekt vom Publisher Stronghold Games für etwas daneben halte. Die Terraforming Mars Big Box mit 3-D-Teilen. Das ist in meinen Augen etwas überzogen. Bereits bei der letzten Erweiterung bin ich ausgestiegen.

Abstinenz kann auch bedeuten, nicht alles bei einem Spiel haben zu müssen. Jeder sollte sich selber die Frage stellen, wie häufig das betreffende Spiel auf den Tisch kommt und ob eine Erweiterung genügend Mehrwert bietet — vor allem n Bezug auf den Preis. Fast 100 Dollar plus 25 Dollar für den Versand. Dafür erhält man kein neues Spiel, sondern nur eine Schachtel und über 90 3-D-Teile. Ja, die sehen schick aus. Auch als Kind habe ich mich über neue Lego-Steine gefreut.

Der Preis von rund 100 Dollar ist aber nach oben noch weiter offen, denn es gibt noch weitere, kostenpflichtige „Add Ons“. Eine Startspielerfigur für $10, $20 für Dual-Layer Player Boards, $15 für City Doms, weitere $10 für die Trade Fleet, $60 für Ressourcenwürfel aus Metall und schließlich noch für $50 passende Kartenhüllen. Das macht nach Adam Ries dann locker $290. Für das Geld kann man eine ganze Menge neuer Brettspiele kaufen.

Klar, ich stehe auch auf „Pimp my Boardgame“ — aber man sollte manchmal wirklich die Kirche im Dorf lassen. Zudem hatte ich in den vergangenen Jahren viel Spaß mit Spielen, die mit einem einfachen Spielplan und lediglich Pappcounter und Karten daher kamen. Dennoch, „Paths of Glory“ gehört für mich mit zu einem der besten Spiele in meiner Sammlung.

Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.