Riesenrad ins Blaue

Fehlende Umweltbelastung sorgte in den letzten Wochen für einen klareren Himmel. Wir sollten uns nicht dran gewöhnen.

Auch in Köln verspricht man gerne den Bürgerinnen und Bürgern das Blaue vom Himmel. Dem kommen die Bewohner jetzt mit einem Riesenrad näher.

Einfach mehr Blau

Seit Wochen beschäftigt mich die Frage, warum es morgens im Schlafzimmer so viel heller ist als sonst. In die Matrix hochgeladen, Erdverschiebung — meine Frau haben da ganz wilde Vorstellung hinsichtlich der Ursachen. Dabei ist es eigentlich viel einfacher als gedacht. Selbstverständlich ist der Corona-Virus dran schuld. Mehr oder weniger zumindest. Das Ganze ist recht simpel. Durch #stayathome. Kurzarbeite, Stillstände in den Firmen, weniger Autoverkehr und extrem geringen Flugverkehr ist die Luft erheblich sauberer geworden.

Das Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt hat dazu mehre Untersuchungen vorgenommen. Demnach steht fest, dass sich die Erdatmosphäre unter Corona-Kontaktbeschränkungen verändert hat — also eigentlich erholt hat. Weniger Emissionen, insbesondere Stickoxiden und Aerosole zeigen sichtbare Auswirkungen. Durch den Rückgang von Aerosolen in der Atmosphäre wirkt der Himmel deutlich blauer. Das Licht nehmen wir intensiver wahr, was sich wohl auch auf unser Schlafzimmer auswirkt. Ein sauberer Himmel über Köln, man sollte sich allerdings nicht dran gewöhnen. Sobald alles wieder anläuft, ist der Spuk vorbei. Dann sind wir wieder beim „Normalzustand“, schlechte Luft inbegriffen. Aber Hauptsache, die Lachen Kölnarena kann 2021 stattfinden. Das ist schließlich viel wichtiger als Klimaschutz. Den der geht einher mit Verzicht. So was lassen Sicht die Kölner nur in der Fastenzeit gefallen. Und auch nur deshalb, weil sie vorher umso ausschweifender gefeiert haben.

Köln macht Blau

Köln macht Blau

Priorität beim Riesenrad

Kommen wir aber vom blauen Himmel zum Riesenrad. Es gibt schließlich noch andere Thema als etwa das Personal in den Kindertagesstätten hier in NRW. Den Erzieherinnen hat man nämlich unter Berücksichtigung dessen, was sie täglich leisten, „Bastel-Sets“ für Mund-Nasen-Schutz zur Verfügung gestellt. Da können sie dann zusammen mit den lieben Kleinen was tun für ihre Gesundheit. Auch die Landesregierung lernt halt dazu. Wenn für andere klatschen auf dem Balkon als Anerkennung reicht, sind solche Bastel-Sets wohl auch legitim für die nicht ganz so Systemrelevanten. Jetzt aber weg von der Riesensauerei endgültig zum Riesenrad.

Da man den Bürgerinnen und Bürger in der Domstadt viel abverlangt, etwa den Verzicht auf Großveranstaltungen bis mindestens Ende August, sollte ein Ausgleich geschaffen werden. Daher soll für mindestens acht Wochen am Schokoladenmuseum ein Riesenrad stehen. Aber nicht irgendeins, man will ja schließlich nicht kleckern, sondern klotzen. Daher wird es das größte transportable Riesenrad der Welt sein. Mit einer Höhe von stolzen 55 Metern. Das ist zwar dann deutlich kleiner als das London Eye, aber man kann die Fahrt am Rhein in Euro bezahlen. Acht Euro für Erwachsenen, sechs Euro für Kinder.

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