Amazonas am Arsch

Wegsehen ist auch eine Form der Mittäterschaft. Die Abholzung des Regenwalds geht uns alle an.

Deutlich Worte muss man derzeit für die dramatische Lage des Regenwaldes finden. Durch massive Abholzung ist der Amazonas ist definitiv am Arsch.

Drastische sprachliche Mittel

Möglicherweise bilde ich mir nur ein, hier im Blog auf drastische sprachliche Mittel so gut es geht zu verzichten. Wie dem auch sei, die Überschrift diesmal musste ich aufgrund der Situation einfach so deutlich formulieren. Die meisten von uns betreiben zur Zeit aufgrund der anhaltenden Corona-Krise mehr oder minder Bauchnabelschau. Interessant sind vor allem die wie eine Möhre vor der Nase in Aussicht gestellten weiteren Lockerungen. Täglich der Blick auf die Fallzahlen. Dabei sollten uns Fäll-Zahlen mindestens genau so beschäftigen wie Covid-19.

Der Regenfall schrumpft stärker und schneller denn je. Gebiete wie etwas der Amazonas erfahren geraden extrem Einschnitte. Die Corona-Krise wird genutzt, um den Regenwald durch Weideflächen zu ersetzen. Die Schäden am Amazons sind bereits jetzt gigantisch.

Aber nicht nur die Natur leidet, sondern auch Menschen. Wie die Süddeutsche Zeitung schrieb, wird auch die indigene Gemeinschaft bedrängt. Sie steht Gewinninteressen im Weg. Der von ihnen bewohnte nahezu unberührte Wald weckt Begehrlichkeiten — nicht nur bei den Rinder- und Sojabaronen, sondern auch für alle diejenigen, die auf Bodenschätze aus sind. Brasiliens rechtsgerichteter Präsident Jair Bolsonaro will dabei Landraub mit dem Dekret „MP 910“ legalisieren.

Was vom Amazonas über bleiben  wird

Was vom Amazonas über bleiben wird

Landraub am Amazonas

Nicht nur der Amazonas ist am Arsch, sondern auch seine Ureinwohner. Neben der Landnahme sind sie auch im besonderen Maße durch Covid-19 bedroht. Ein Umstand, der Brasiliens Präsident gerade recht kommt. Wirtschaft vor Menschenleben, Kapitalinteressen vor Umwelt. So erschütternd die Satellitenaufnahmen vom Regenwald auch sind, wir müssen eigentlich nicht so weit schauen.

Auch hier gibt es ein Primat der Wirtschaft. Gegen jede Vernunft vorzeitige Öffnungen, Geisterspiele beim Fußball zur Beschäftigung von Spitzenverdienern. The Show musst go on. Dazu passt dann eine andere Meldung in der SZ von heute. Laut eine Studie der NGO Corporate Europe Observatory drohen auch unserer Regierung Schadenersatzklagen aufgrund der Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie. Verluste wollen kompensiert werden, damit die Dividenden wieder stimmen.

Bekannt ist solches Vorgehen im Zusammenhang mit dem Verbot der Tabakwerbung oder dem deutschen Atomausstieg. Vor dem Schiedsgericht der Weltbank fordert Vattenfall eine Entschädigung für die Stilllegung von zwei Atomkraftwerken in Deutschland in Höhe von über sechs Milliarden Euro.

Und was machen wir? Angst davor haben, dass beim nächsten Einkauf wieder das Klopapier aus sein könnte. Aber hej, eine gute Nachricht gibt es. Wenn so viel Regenwald abgeholzt wird, ist der Nachschub für den Arsch gesichert.

Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.