Ein Impfstoff gegen Covid-19 wird noch etwas länger auf sich warten lassen. Bei der Entwicklung würden Tierversuche möglicherweise helfen.

Impfstoff gegen Ovid-19

Die Auswirkungen der Corona-Pandemie sind weltweit spürbar. Fieberhaft wird nach einem Impfstoff geforscht. Bis zu seiner Verfügbarkeit werden im günstigsten Fall noch einigen Monate vergehen. Bis dahin müssen wir uns nicht nur gedulden, sondern auch weiterhin Infektionsrisiken minimieren. Die gestern bundesweit eingeführte Maskenpflicht ist einer der Bausteine dafür – auch wenn sie viel zu spät kommt.

Wie genau der Impfstoff entwickelt wird, welche Bedingungen und Risiken es gibt, soll im nachfolgenden nicht Gegenstand der Betrachtung sein. Dafür gibt es reichlich andere Informationsquellen. Aus meiner Sicht ist ein anderer Aspekt bei der Entwicklung eines Impfstoffes gegen Covid-19 auch interessante. Die Frage nämlich, ob dabei Tierversuche erforderlich sind oder nicht.

Der Sprecher der Initiative Tierversuche verstehen, der Neurowissenschaftler und Biologe Stefan Treue, hat verantwortungsvolle Tierversuche für unverzichtbar. Andere dagegen, auch Ärzte und Forsche, lehnen Tierversuche grundsätzlich ab.

Für Christian Drosten von Robert-Koch-Institut sind sie wiederum in beschränkten Umfang sinnvoll.

Grausame Experimente an Rhesusaffen— mehr muss man an dieser Stelle nicht schreiben, um sofort selber Bilder davon im Kopf zu haben. Die Anzahl der Versuche mit Tieren ist Legion. Das Bewusstsein gerade auch in Deutschland ist jedoch dafür empfindlich geworden.

Grundsätzlich gegen Tierversuche?

Grundsätzlich gegen Tierversuche?

Retten Tierversuche Leben?

Niemand von uns würde ernsthaft Tierversuche für Kosmetika befürworten. Im medizinischen Bereich sinkt aber die Ablehnung. Je sinnvoller der Forschungsgegenstand eingeschätzt wird, desto stärker ist die Zustimmung zu Tierversuchen. Mir selber fällt es ebenfalls schwer, eine rigoros-ablehnende Haltung einzunehmen.

Was wäre, wenn durch Tierversuche ein Impfstoff gegen Covid-19 wirklich schneller entwickelt werden könnte? Wenn durch die Zeiteinsparung Tausenden Menschenleben gerettet würden? Ein hypothetisches Gedankenspiel, sicher. Würden wir aber ernsthaft Versuche an Tieren ablehnen, wenn es nur zwei Alternativen gäbe? Mehr tote Menschen oder Versuche an Tieren?

Mir persönlich hängt mehr an jedem einzelnen Menschenleben als am Wohl der Tiere. Das hört sich hart an, aber so ist es. Weiter noch, ich halte jeden, der das Wohl der Tiere über das der Menschen stellt, für hinterfragbar.

Natürlich sollten Tieren kein unnötiges Leid zugefügt werden. Der Satz impliziert jedoch auch, dass es so was wie nötiges Leid gibt. Dies fängt schon vor jeder Form von Versuchen bei der Haltung von Tieren zur Lebensmittelproduktion an, geht über Zoo und Zirkus und endet im Labor. Unnötiges Leid ist dagegen klar definiert etwa durch die Zucht von Tieren, um ausschließlich an deren Fell zu gelangen.

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