Ab heute gilt bundesweit die Maskenpflicht unter anderem beim Einkaufen. Vielerorts setzt man auf Einsicht statt Bußgeld.

Flickenteppich Maskenpflicht

Nun endlich also die bundesweite Pflicht beim Einkaufen, der Benutzung von öffentlichen Verkehrsmitteln und in öffentlichen Gebäuden. So ganz einheitliche, wie es letzte Woche noch klang, ist die Maskenpflicht aber nicht. Die Umsetzung unterliegt den einzelnen Bundesländern, die dies zum Teil weiter an die Kommunen delegiert haben.

Von oben betrachtet sieht das Ganze mehr wie ein Flickenteppich aus. Eine einheitliche Lösung geht anders. Die letzten Wochen zeigten bereits, wie wenig abgestimmt die Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie tatsächlich sind. Provinzfürsten wie Armin Laschet wollen lieber alles auf freiwilliger Basis— Einsicht statt Vorschriften und Kontrollen.

Wie wenig Kompetenz Laschet besitz, konnte er gestern Abend bei Anne Will unter Beweis stellen. Streckenweise soll er wie ein Laiendarsteller gewirkt haben. Verzweifelt bemüht, wie ein künftiger Bundeskanzler zu wirken, der er nach seiner Performance mit Sicherheit nie werden wird.

Der Kölner Stadt-Anzeiger schreibt dazu:

Unangemessen laut im Ton, unsensibel bei der Wahl der Worte, nicht sattelfest in den Fakten: Was Laschet am Sonntagabend in der Corona-Debatte bei Anne Will zur besten Sendezeit von sich gab, war eines möglichen Kanzlerkandidaten der Union unwürdig.
Quelle: KSTA

Die gesamte Landesregierung hat kein belastbares, taugliches Konzept, um die Bürgerinnen und Bürger sicher durch die Krise zu bringen. Diese Einsicht fehlt Laschet zu Stunde aber noch, denn von einem Rücktritt ist bisher noch nichts bekannt.

Frosch ohne Einsicht

Frosch ohne Maske

Menschen mit Einsicht

Wenn es nicht so ernst wäre, könnte man darüber lachen. Auch über die tödliche Idee, auf die Einsicht der Menschen zu setzen. Wären man in NRW auf Einsicht setzt — was wie wir ja aus Köln wissen, besonders gut funktioniert hat bisher, schlägt Bayern den meiner Meinung nach einzig richtigen Weg ein.

Wer in Bayern „ohne“ erwischt wird, zahl ein Bußgeld in Höhe von 150 Euro. Das tut richtig weh und dürfte zumindest bei einigen einen deutlich besseren erzieherischen Effekt erzielen als der erhobene Zeigefinger. Abgesehen davon kann das eingenommen Geld hervorwagend verwendet werden, um die Folgen der Krise an andern Stellen zu mildern.

Meine Frau und ich haben uns rechtzeitig einen Behelfsmundschutz besorgt. Ja, damit ist das Atmen gerade auch unter Belastung etwas schwerer. Man kann damit aber problemlos zwei Stunden zu Fuß zurücklegen, ohne zu ersticken. Ob die Dinger modisch sind oder nicht, spielt dabei keine Rolle.

Wie viele aus der Nachbarschaft sich an die Maskenpflicht halten, werden wir wohl frühestens am Mittwoch sehen. Erst dann müssen wir wieder raus zum Einkaufen. Im Übrigen konnte man am vergangenen Freitag und Samstag gut erkennen, wer freiwillig und aus Einsicht bereits eine Maske trug.

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