Angeblich entspannt sich die Versorgungslage in Deutschland wieder. Zumindest in Köln-Nippes ist davon jedoch nichts zu spüren.

Dummheit im Überfluss

In Bezug auf die Versorgungslage ist in jedem Fall ein deutlicher Überschuss an Dummheit auch am hinter uns liegenden Karfreitag feststellbar gewesen. Die Appelle der Bundeskanzlerin und Mahnungen anderer stießen auch in der autofreien Siedlung auf viel taube Ohren. Nachbarn saßen bei weiter entfernten Nachbarn gemeinsam im Karten. Kindergruppen spielten sorglos miteinander. Nach wie vor arrangiert man sich privat mit gegenseitigem Babysitten. Das Risiko, die Großeltern zu Weihnachten auf dem Friedhof besuchen zu müssen, ist ganz offensichtlich unerheblich.

Wie die eigene Nachbarschaft tickt, ließ sich auch heute Morgen beim einkaufen erneut feststellen. Selbstverständlich ist im nahe gelegenen Supermarkt Klopapier genau so aus wie Küchenrolle. Aber auch Tofu und viele vegane Produkte fielen autofreien Hamsterkäufern zum Opfer — so zumindest mein Eindruck. Der Mensch ist des Menschen Wolf. In Krisensituationen bewahrheitet sich diese Aussage.

Auch wenn unser Ostern bescheidener und ohne Nordseeluft ausfällt — hoffentlich zum letzten Mal — werden meine Frau und ich uns die Feiertage schön machen. Dazu gehört natürlich auch der obligatorische Möhrenkuchen, der bei uns aus pragmatischen Gründen aber in Rübli-Muffins abgewandelt wurde. Was einer der Zutaten angeht, ist die Versorgungslage genau so wie jedes Jahr zu Ostern, ganz unabhängig von der Corona-Krise.

Versorgungslage bei Ostergras

Frohe Ostern!

Rübli-Muffins Versorgungslage

Neben Möhren, Haselnüssen und etwas Mehl gehören in jedem Fall auch Marzipanmöhren zum Rüblikuchen beziehungsweise Rübli-Muffins. Bei uns müssen gehackte Pistazien als Deko reichen. Seit Tagen sind die Vorräte bereits verschwunden. Merkwürdigerweise gab es beim Bäcker im Supermarkt heute Rüblikuchen vom Blech mit genau den Dr. Oetger Marzipanmöhren, die wir sonst auch immer kaufen. Ein Schelm, wer Arges dabei denkt.

Gut, das ist jetzt jammern auf hohem Niveau. Schließlich gibt es viel Schlimmeres. Darüber möchte ich mir zumindest für ein paar Tage keine Gedanken machen. Die Menge an negativen Schlagzeilen zieht zumindest mich ziemlich runter. Vor allem dann, wenn Licht am Ende des Tunnels fehlt.

Etwas Trost spendet der Umstand, auch in diesem Jahr nicht auf selber gefärbte Ostereier verzichten zu müssen. Glücklicherweise haben wir die passende Farbe dazu bereits im Februar gekauft— Bestandteil unserer Urlaubsvorbereitungen. Nur mit dem Gras beziehungsweise Kunstgras für das Nest haperte es etwas. In der Not wird man erfinderisch, heißt es. Dank Aktenvernichter konnten wir uns eigenes „Gras“ machen. Gar nicht mal so schlecht und in jedem Fall auch nachhaltiger als gekauftes Kunstgras.

Im Übrigen, was das Thema Schulferien und Osterferien angeht, wurde ich gestern noch mal so richtig überrascht. Mir war nicht bewusst, dass es in Hamburg gar keine Osterferien gibt. Warum auch immer, dort gibt es zwei Wochen vor den Osterferien der anderen Bundesländer Frühjahrsferien. Mit anderen Worten: Am 20. April sind die Hamburger Schülerinnen und Schüler bereits sieben Wochen nicht mehr in der Schule gewesen. In Bezug auf Bildung mit Sicherheit ein echtes Versorgungsdefizit.

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