In vielerlei Hinsicht ist das diesjährige Osterwochenende ein Downgrade im Vergleich zu den vergangenen Jahren. Angesichts zunehmender Kurzarbeit denken viele auch ans Kürzertreten.

Karfreitag mit guter Botschaft

Mitten in der Corona-Krise gibt es auch einen Lichtblick. Damit ist nicht die Pressekonferenz von NRW-Ministerpräsident Armin Laschet gemeint. Hinter seiner Ankündigung, Freiheit und Gesundheitsschutz besser in Einklang zu bringen, steckt ein zynisches Kalkül. Die Zwischenergebnisse der Heinsberg-Studie ermutigen laut Aussage der Landesregierung zu einem verantwortungsvollen Rückgang zur Normalität. Mit anderen Worten, es zeichnet sich eine Inkaufnahme von einigen Toten ab, wenn der Rest der Bevölkerung davon profitiert. Risikogruppen und älter Menschen müsse man schützen, heißt es. Wenn erforderlich, auch bis Weihnachten und darüber hinaus. Damit viele wieder „normal“ leben könne, werden wenige ihrer Freiheit beraubt. Zum Glück sieht die Linie der Bundesregierung anders aus.

Während Bundeskanzlerin Angela Merkel zur Besonnenheit aufruft und keine voreiligen Versprechungen macht, betont Bundesfamilienministerin Franziska Giffey sehr deutlich, dass sie an der Solidarität aller festhält. Es mit ihr als keine Lockerungen geben wird, wenn der Preis dafür die Isolierung von besonders gefährdeten Menschen bedeutet. Fragt sich nur, wie lange man an so einer Haltung festhalten kann, wenn nach Ostern der Druck zunehmen wird.

Der wirkliche Lichtblick ist jedoch der diesjährig weitestgehende Verzicht auf Diskussion um das Tanzverbot an Karfreitag. Social Distanz kann man auch was Positives abgewinnen, wenn man zu Ostern seine Schwiegereltern nicht besuchen muss.

Tor zum Downgrade

Tor zum Downgrade

Netflix mit Downgrade

Ganz unabhängig von der Corona-Krise und der Angst vor Arbeitslosigkeit nehme ich zur Zeit ein Downgrade in vielen Bereich vor. Die Überlegungen dazu stammten eigentlich aus dem Weihnachtsurlaub, als meine Frau und ich über unsere Nachfrage nach bestimmten Dienstleistungen nachdachten. Genauer gesagt, wir kamen zur Einsicht, nicht mehrere Streamingdienste zu benötigen. Auch sind unsere Mobilfunktarife deutlich überdimensioniert. Gleiches gilt zumindest bei mir für den Speicher in der iCloud.

Ich glaube, die Kündigungsfristen bei der Telekom werde ich nie so richtig verstehen. Vermutlich gibt es eine merkwürdige Vertragslaufzeit, denn warum sollte sonst die letzte Kündigungsfrist für dieses Jahr am 7. Februar gewesen sein, während die nächste der 7. Mai 2021 ist? Wie dem auch sei, statt Downgrade habe ich meinen Vertrag zum nächsten Jahr gekündigt. Bei Preisen und Konditionen im Prepaid Bereich lässt sich für mich nicht mehr nachvollziehen, warum ich monatlich rund 60 Euro zahle, ohne davon nur einen Bruchteil der enthaltenen Leistungen zu benötigen.

Bei Netflix wurde aus dem Downgrade auch eine Kündigung. Schon seit Monate gefällt uns die Auswahl nicht, oft schauen wir abends Inhalte über die öffentlich-rechtlichen Mediatheken an. Zur Not kann man sich immer noch einen Film über iTunes leihen.

Downgrade bedeutet für mich, sich einfach mal bewusst zu machen, was man wirklich im Leben benötigt. Weniger ist oft mehr — so setze ich also den Kurs fort, den ich im vergangenen Jahr mit der Reduzierung der Bücher und Brettspiele bereits begonnen habe.

Nachtrag: Mittlerweile mehren sich die Zweifel an der Studie aus Heinsberg, wie in der SZ zu lesen ist.

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