Von allen guten und bösen Geistern verlassen

Wandern auf dem Jakobsweg bleibt während er Corona-Krise nur ein Traum. Als Ersatz bieten sich zahlreiche Dokumentationen an.

Gefängnis mit Sonnenschein

Heute Morgen gab es einen kurzen Lichtblick. Leicht bewölkt sah es nach Regen aus. Jetzt ist davon leider nichts mehr zu spüren. Bei vollem Bewusstsein sitze ich im „Zu Hause Gefängnis“, während draußen strahlender Sonnenschein herrscht. Noch zwei Tage arbeiten, dann habe ich bis Mitte April Urlaub. Was aber heißt schon Urlaub, wenn man die geplante Reise vor vier Wochen stornieren musste? Immerhin bekamen wir 50 Prozent des gezahlten Reisepreises zurück. Ein schwacher Trost, wenn man sich eigentlich auf das Meer gefreut hat. Ein schwacher Trost ist es auch, an die vergangene Urlaube zu denken, die meine Frau und ich in Köln verbrachten. Urlaube, in denen wir etwas unterwegs waren auf dem Jakobsweg. Der beginnt in Köln quasi vor der Haustür. Momentan ist er jedoch außer Reichweite, wenn man die Fahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln aus Gründen vermeiden möchte.

Was bleibt, ist sich an die gewandeten Strecken zu erinnern, alte Fotos anzuschauen und davon zu träumen, irgendwann tatsächlich den Camino Francés — den klassischen Jakobsweg — zu laufen. Ganz unabhängig davon, ob oder was man glaubt, ist es eine außergewöhnliche Erfahrung.

Jakobsweg mit Muschel

Jakobsweg mit Muschel

Unterwegs auf dem Jakobsweg

Zum allersten Mal auf dem Jakobsweg unterwegs waren meine Frau und ich ausgerechnet zu Ostern vor fünf Jahren. Anlass dafür war unser Bewegungsdrang, nicht aber irgendwelche Bücher, die vom Mal weg sein erzählen.

Wie dem auch sei, gestern Abend sahen wir uns eine fünfteilige Dokumentation über den Camino Francés auf arte an. Auf dem Jakobsweg ist nicht nur sehenswert, sondern bewegend. Eine Gruppe von Menschen, die sich vorher nicht kannte, wird auf der 800 Kilometer langen Strecke begleitet.

Man erlebt mit ihnen Höhen und Tiefen. Stück für Stück gewinnt man Respekt vor den Menschen, die sich der Herausforderung des Weges stellen. Unterwegs lernt man zusammen mit der Gruppe auch immer wieder Menschen fest, die ihre ganz eigene Antwort auf ihre Fragen erhielten. Fragen, von dem man am Ende der Strecke möglicherweise befreit ist.

Während uns das Wandern derzeit mehr oder weniger verwehrt ist, bleibt uns zumindest eine andere Aktionsmöglichkeit bei gutem Wetter. Gestern durfte Herr Weber nach der Winterpause wieder auf den Balkon. Eine Gas-Kartusche zum grillen haben wir noch — nur das Rost kann ich mangels Drahtbürste nicht sauber machen. Ursprünglich wollte ich diese zu beginn der Saison im Baumarkt neu kaufen. Das aber ist momentan eine eher weniger gute Idee.

3 Kommentare

  1. War die Doku Deine angesprochene Escape-Idee?
    „Ich bin dann mal weg“ ist von mir tatsächlich erst vor einem Jahr gelesen worden. Hape Kerkeling ist als Komiker so gar nicht mein Fall. Dann ging mir wieder einmal das Lesefutter aus und das Bändchen stand im Öffentlichen Bücherschrank. Der Mensch Hape K. auf Pilgerreise unterscheidet sich wohltuend von dem Hampelmann vor der Kamera! (Als Vergleiche dienen mir D. Nuhr – jaaa, der stand auch mal im Öff. Büch. herum, Bernhard Hoecker – eine Anleitung zum Geocachen, sowie Ralf Schmitz. Dieser Krampf, auch noch in Büchern partout mit jedem Satz witzig sein zu MÜSSEN, ist bei allen dreien einfach…umhauend.)

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