Die Weltgesundheitsorganisation hat den COVID-19 offizielle zur Pandemie erklärt. Deutschland zögert bei der Umsetzung von Einschränkungen.

Auswirkungen der Pandemie

Gestern beim Einkaufen herrscht in den von mir aufgesuchten Geschäften eine gedrückte Stimmung. Zudem war es recht leer in den Gängen, was nicht erstaunlich sein sollte. Ebenso leer war es schon wieder in den Regalen für bestimmte Produkte. Flüssige Handseife, Toilettenpapier, Desinfektionsmittel und Küchentücher sind mal wieder ausverkauft. Die Menschen durchlaufen gerade eine Phase weg von der Panik zur berechtigten Angst.

Die Fälle in Deutschland häufen sich von Tag zu Tag. Um Einschränkungen wie in anderen Ländern werden wir nicht herum kommen. Erstaunlich dabei ist, wie viel Zögern aufseiten der Entscheidungsebenen sichtbar wird. In mittlerweile sechs Bundesländern wurde bis zu den Osterferien die Schulen ab Montag geschlossen. Nordrhein-Westfalen verhält sich so, als gäbe es keine Pandemie. Das Bundesland mit den meisten Fällen lässt nach wie vor Schulen, Kindergärten und Kitas geöffnet.

Dabei wurde von führenden Virologen eine Schließung als alternativlos bezeichnet. Das ist nicht einfach nur daher gesagt, sondern beruht unter anderem auch auf Erfahrungen im Umgang mit der Spanischen Grippe. So wie es aussieht, möchte man in NRW Einschränkungen vermeiden — obwohl diese Leben retten könnten.

Zum Vergleich: In Italien liegt mittlerweile alles still. Sämtliche Restaurant und Geschäfte sind geschlossen, nur solche für die notwendige Grundversorgung bleiben geöffnet.

Einschränkungen beim Einkauf

Schädlicher als rauchen

Soziales Leben mit Einschränkungen

Gestern rief Bundeskanzlerin Angela Merkel, nach Möglichkeit soziale Kontakt zu vermeiden. Für jemanden wie mich im Homeoffice hört sich das erst mal nicht nach einer Einschränkung an. Dennoch, das Privatleben ist bei genauerem darüber nachdenken schon betroffen. Gemütliche Brettspieleabende mit Freunden und Bekannten sind soziale Kontakte. Über längere Zeit, auf engem Raum. Das wird insbesondere dann heikel, wenn zum sozialen Umfeld Menschen gehören, die genau wie meine Frau in einer Schule arbeiten — die ja nicht geschlossen wurden in NRW.

Von der Bundesbahn ist zu hören, dass der Zugverkehr so lange es geht aufrecht erhalten werden soll. Schwierig zu beurteilen, oben das eine gute Nachricht ist. Theoretisch kämen wir damit Ostern in den Urlaub nach Ostfriesland. Nüchtern betrachtet fürchte ich, dass wir bis dahin in Deutschland eine Situation haben, die den Urlaub obsolet machen wird. Das bezahlte Geld dafür können wir abschreiben. Auch mit einer Reiserücktrittsversicherung (die wir nicht abgeschlossen hatten) wäre es futsch. Der überwiegende Teil der Reiserücktrittsversicherungen enthält eine Klausel, die eine Pandemie als Grund ausschließt.

Wie bereits geschrieben, von Panik brauchen wir nicht mehr zu reden. Mittlerweile hat die Angst eine echte Grundlage. Im Übrigen: COVID-19 ist kein Virus aus der Europäischen Union, daher ist die Reaktion des US-Präsidentendarstellers Donald Trump ziemlich daneben. Einreiseverbot für EU-Bürger, nicht aber für Großbritannien, obwohl es da mehr Fälle gibt.

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