Die CSU in Bayern fordert die Einführung von Schafkopf als Schulfach. Diese merkwürdige Idee ist tatsächlich ein guter Ansatz.

Fremdkörper im Bett

Bevor jemand ein anderes Bild im Kopf hat: Nein, die Mafia legt potenziellen Plaudertaschen keinen Schafkopf ins Bett, sondern einen Pferdekopf. Zudem ist hier nicht ganz klar, ob das tatsächlich ursprünglich der Mafia zuzuordnen ist, oder aber erst durch Filme über die Mafia eingeführt und dann von Teilen der realen Mafia übernommen wurde.

Zurück aber zum Thema. Wie in der Presse, unter anderem im Spiegel und der Süddeutschen Zeitung berichtet wird, soll Schafkopf in Bayern als Schulfach eingeführt werden. Zumindest, wenn es nach dem Willen der CSU und des bayrischen Philologen-Verbandes geht. Natürlich nicht als für das Abitur relevantes Fach, sondern als Wahlfach oder Arbeitsgemeinschaft. Um ehrlich zu sein, ich kenne das Kartenspiel nicht. Daher kann ich mich nur auf das Angelesenen stützen. Schafkopf wird zu viert gespielt, in wechselnden Konstellationen. Ziel des Spiels ist es, Stich zu machen. Dabei werden, so die SZ, „strategisches Denken, Rechnen und Teamfähigkeit“ gestärkt.

Hört sich für mich in jedem Fall schon mal gut an. Zudem ist es ein analoges Kartenspiel, dass auch nur in der Form so richtig Spaß macht. Klar gibt es für das Spiel auch eine App, aber Menschen vor seiner Nase abzuziehen, macht definitiv mehr Laune.

Alternative zu Schafkopf

Alternative zu Schafkopf

Schafkopf und andere Spiele

Man kann der CSU natürlich eine ganze Reihe von Motiven unterstellen. Etwa auch, dass durch die Etablierung von Schafkopf als Schulfach vor allem die bayrische Tradition gefördert werden soll. Dennoch, ich persönlich finde die Idee mit einem Kartenspiel als Schulfach reizvoll. Es können ja auch andere Spiele sein. Etwa das von mir geschätzte Tichu, welches die gleichen Stärken besitzt wie Schafkopf.

Oder aber ein Brettspiel wie Pandemie. Das stärkt die kooperative Zusammenarbeit und hätte derzeit auch noch einen aktuellen thematischen Hintergrund. Lernen durch spielen — für mich in Ordnung, wenn der Lerneffekt ein Nebenprodukt ist und nicht im Vordergrund steht.

Während meiner Schulzeit gab es so was wie die Schach AG. Für mich als Brettspieler hatte das damals bereits den Reiz von Bodenturnen — einfach nicht mein Ding. Aber eine allgemeine Brettspiel AG hätten mir mit Sicherheit gefallen. Genau das sollte man grundsätzlich mal anstoßen. Nicht fokussiert auf ein spezielles Spiel, so wie es die CSU fordert, sondern ein breites Angebot.

Das einzige Problem, welches ich bei der Umsetzung sehe, ist die derzeitige Situation an vielen Schulen. Es fehlen in vielen Bundesländern bereits duzende Lehrkräfte und das G-8 hat in NRW für eine Schneise der Verwüstung bei nicht relevanten Angeboten in der Schule gesorgt.

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