Von allen guten und bösen Geistern verlassen

Der britische Premierminister Boris Johnson hat noch ein Hühnchen mit der BBC zu rupfen. Das bedingt ein vorheriges köpfen.

Pippi Langstrumpf Politiker

Unter einem Pippi Langstrumpf Politiker versteht man eine Person, die sich am deutschen Titellied der Fernsehserie orientiert: „Ich mach‘ mir die Welt Widdewidde wie sie mir gefällt“. So lässt man in Saudia Arabien und Russland gerne kritische Journalisten verschwinden. Oder aber man versagte ihnen, wie etwas US-Präsident Donald Trump, die Akkreditieren für Pressekonferenzen.

Deutsche Politiker sind deutlich harmloser, sie leugnen zum Beispiel lediglich den Zusammenhang zwischen Geschwindigkeitsbegrenzungen und geringeren Verkehrsunfällen.

Betrachtet man die Politiker in Europa, gibt es ein paar sehr unschöne Ausrutscher. Ungarn und Polen entfernen sind immer weiter von etwas, was als geregelte Demokratie bezeichnet werden könnte. Immerhin, beide Länder gehören noch zur Europäischen Union, was für Großbritannien nun nicht mehr zutrifft. Das hält den britischen Premierminister Boris Johnson jedoch nicht davon ab, sich ein paar der Methoden von dort abzuschauen. Etwa den Umgang mit der kritischen Presse.

Natürlich kann man die nicht mit einem Federstrich mundtot machen, zumal nicht in der ältesten noch existierenden Demokratie der Welt. Wählt man jedoch sein chirurgisches Besteck geschickt und verkauft das ganze gut, stehen die Chancen auf Erfolg recht gut. Genau das könnte die BBC bald zu spüren bekommen.

Gebührenfänger der BBC

Sparversion der Tradis

Institution BBC

Für mich als Kontinentaleuropäer ist die BBC (British Broadcasting Corporation) eine Institution. Eine, zu der man ehrfurchtsvoll aufschaut, auch in Erinnerung an ihre Bedeutung im Zweiten Weltkrieg. Aber auch, weil man mit ihr Fernsehfilme und Filme verbindet, die einen maßgeblichen Einfluss auf einen hatten und haben.

Als Kind hat mich etwa die Fernsehserie der BBC, „Die Dreibeinigen Herrscher“, stark beeindruckt. In der Gegenwart sind es etwa Serien wie Sherlock Holmes mit Benedict Cumberbatch und Martin Freeman. Oder aber seit Jahrzehnten „Dr. Who“. Damit ist nicht mal ansatzweise alles umrissen, der ganze Bereich Aufklärung und Bildung fehlt. Das werden sicherlich auch die Bürgerinnen und Bürger von Großbritannien besser beurteilen können, wenn sie hoffentlich für ihre BBC auf die Barrikaden gehen.

Wie aus der Presse zu vernehmen ist, will Boris Johnson die Lizenzgebühr für die BBC komplett kippen. Die Lizenzgebühr ist in Großbritannien so was wie bei uns der Rundfunkbeitrag. Er dient dazu, die British Broadcasting Corporation als öffentliche Einrichtung zu finanzieren und am Leben zu erhalten. Nach ihrem Vorbild wurde in Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg die ARD aufgebaut. Als Anstalt öffentlichen Rechts. Als Gegenpol zum staatlichen kontrollierten Rundfunk des Dritten Reichs.

Anstalten des öffentlichen Rechts

Diese Anstalten des öffentlichen Rechts haben immer noch eine wichtige Funktion und Bedeutung in unserer heutigen Zeit. Netflix und andere Anbieter sind kein Ersatz für sie, das sollte auch Boris Johnson ziemlich genau wissen.

Die Abschaffungspläne von Johnson sind Vandalismus. Die pure Lust an der Zerstörung gepaart mit Egoismus und Überheblichkeit. Was mich in dem Zusammenhang erschaudern lässt, ist Beifall für die Abschaffungspläne von der SPD-Basis. Auch dort gibt es überzeugte Gegner des gebührenfinanzierten öffentlichen Rundfunks.

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