Franziskus steht auf Zölibat

Franziskus steht auf Zölibat

Für reformfreudige Katholiken dürfte die Haltung von Papst Franziskus zum Zölibat ein herber Rückschlag sein. Nach wie vor hält er dran fest.

Katholisch ohne Humor

Als Gott mal wieder einen besonders schlechten Tag hatte, schuf er die katholischen Priester. Daran muss er eine nahezu diabolische Freude gehabt haben. Menschen, von Natur aus mit einem Sexualtrieb ausgestattet, eine lebenslange Enthaltsamkeit aufzuerlegen. Ganz im Ernst, dem Zölibat kann man mit schrägem Humor durchaus etwas Witziges abgewinnen. Nüchtern und ohne Messwein betrachtet ist das Ganze ein unzeitgemäßes Dogma mit erheblichem Gefahrenpotenzial. Wozu unterdrückte Sexualität führt, weiß man sowohl von Triebtätern in freier Wildbahn als auch durch die ganzen Missbrauchsfälle insbesondere innerhalb der katholischen Kirche.

Wenn Papst Franziskus am Zölibat festhält, ist das ein Rückschritt. Aus Sicht der konservativen Kleriker der im Schreiben Querida Amazonia festgelegte Kurs selbstverständlich ein Festhalten am Bewährten. Für alle, die sich von Franziskus weitgehende Reformen erhofft haben, jedoch besagte der besagte Rückschritt. Eine Kirche, welche die Weihe von Frauen zu Priesterinnen genau so ablehnt wie das Sakrament der Ehe für Priester, steht mit beiden Beinen in der Vergangenheit.

Deus lo vult — Gott will es. Genau das trifft eben nicht auf das Zölibat zu. Es ist anmaßend, sich in dieser Angelegenheit auf seinen Willen zu berufen.

Franziskus segelt davon
Franziskus segelt davon

Irrlehren des Franziskus

Aus meiner Sicht lässt sich das Zölibat nur geschichtlich erklären. Unverheiratete Priester vermachten ihre Besitztümer nach ihrem Tod der Kirche. Das mehrte deren Reichtümer und festigte ihre Macht. Gleichzeitig konnten Adelige ihre Zweitgeborenen auf diese Weise unterbringen, ohne später die Ansprüche des Erstgebornen zu schwächen. Beides nachvollziehbar, hat mit Gottes Wille genau so wenig zu tun wie etwa die Stärkung der besonderen Hingabe durch das Zölibat. Andernfalls hätten wir Protestanten durch die Bank weg nur miserable Priesterinnen und Priester.

Auch wenn ich immer wieder sagen kann, dass ich Gott sei dank evangelisch bin, macht mich die Haltung von Papst Franziskus wütend. Es ist eine Argumentation eines alten Mannes am Ende seines Lebens. Die Aussage, man würde die Leistungen und den Wert der Frauen schmälern, wenn man sie zur Weihe zulassen würde, macht sprachlos. Für mich zeigt es, dass solche Männer ein Problem mit Gott und auch den Frauen haben. An so einem Punkt wünsche ich mir vor allem eins: Dass Gott eine Frau sei und diese bornierten Männer im Himmel ein echt böses Erwachen haben.

Für alle Katholiken, die jetzt mal wieder ziemlich enttäuscht sind, hätte ich abschließend noch einen Ratschlag. Es gibt über 150 Kircheneintrittsstellen der evangelischen Kirche in Deutschland. Und hej, bei uns gibt es Priesterinnen und Verheiratete am Altar.

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren