Ein eingeschneites Hotel mit einer Leiche in einem abgeschlossenen Zimmer. Das letzte Problem will Kommissar Horak dort lösen.

Stickmuster neu definiert

Eines der klassischen Elemente im Krimi ist der verschlossene Raum. Ein Mord geschieht, die Leiche wird in einem von innen verschlossen Zimmer gefunden. Verdoppelt wird der verschlossen Raum noch durch das Szenario selber. Der Mord ereignete sich in einer Art geschlossenen System. Ein abgeschiedenes Landhaus, ein Orientexpress oder aber ein eingeschneites Ferienhotel in den Bergen — so wie im Film „Das letzte Problem“.

Die Anzahl der Verdächtigen ist überschaubar, mit Hilfe von außen bei der Aufklärung ist nicht zu rechnen. Die Anwesenden werden unruhig, verdächtigen sich gegenseitig und der Mörder schlägt möglicherweise erneut zu. Bevor er jedoch erkannt entkommen kann, löst der zufällig anwesende Meisterdetektiv den Fall zur allgemeinen Zufriedenheit. Überraschend ist es dann für den Leser beziehungsweise Zuschauer, wenn alle Anwesenden nicht nur ein Motiv hatten, sondern auch den Mord begangen haben. So wie im Orient Express von Agatha Christie.

Neues lässt sich dem Genre und dem Erzählmuster allerdings eher selten abringen. So fängt auch „Das letzte Problem“ ganz klassisch an. Die Gäste eines Ferienhotels sind eingeschneit und ergehen sich in Beschwerden an die Hoteldirektion. Der eine möchte einen Preisnachlass, jemand anders ein härteres Kissen für seinen Nacken. Nur raus und wegwollen sie alle. Dann passiert ein Mord, der alle in Schrecken versetzt.

Das letzte Problem

Das letzte Problem — © ORF/Superfilm

Kleines Meisterwerk „Das letzte Problem“

Das dabei dann doch „Das letzte Problem“ zu einem kleinen Meisterwerk geraten ist, hängt von einer Reihe glücklicher Umstände ab. Zunächst einmal strammt das Drehbuch von Daniel Kehlmann, einem erfolgreichen Schriftsteller durchaus anspruchsvoller Romane. Seinen großartigen „Tyll“ habe ich mit Genuss gelesen.
Regie führte Karl Markovics, der gleichsam auch in die Rolle des Kommissar Horak schlüpft. Tatkräftig unterstütz Horak dabei sein treuer, aber etwas begriffsstutzig wirkender Assistent Freitag. Der spielt im weiteren Verlauf eine besondere Rolle. Aber das soll an dieser Stelle verschwiegen werden. Das letzte Problem ist auch so schon eine harte Nuss für Kommissar Horak, der ein geniales Verbrecherhirn als Gegenspieler vermutet.

Genial ist dabei auch die restliche Besetzung des Films. Die Schauspieler füllen ihre Rolle hervorragend aus, selbst Nebenrolle wie die des Oberkellners Mürzner.

Während es für den Schriftsteller Daniel Kehlmann sein erstes Drehbuch war, steht Karl Markovics schon länger vor der Kamera. Selbst Menschen wie ich, die sich Gesichter eigentlich nicht merken können, fällt der Schauspieler auf. Das liegt wohl auch an seiner unverwechselbaren Nase, die ich zuletzt noch mal im Krimi „Mord in den Dünen“ sah. Dort spielt Markovics den Polizeipsychologe Dominik Hofer. Seine Filmografie ist ziemlich beeindruckend.

Bis Ende des Monats ist „Das letzte Problem“ noch in der Mediathek von arte verfügbar.

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