Von allen guten und bösen Geistern verlassen

Manche Stoffe und Figuren sind einfach nicht totzukriegen. Bei Dracula liegt das sogar in der Natur der Hauptfigur. Die Handlung hat einfach Biss.

Absaufende Neuverfilmungen

Es gibt Sprüche, die werden zu einer Legende. Einer davon ist der des Schauspielers Jürgen Prochnow als Kaleun in „Das Boot“:

Das muss das Boot abkönnen!

Die eine oder der andere erinnert sich vielleicht. Bei „Das Boot“ handelt es sich um einen Film aus dem Jahr 1981 nach der Romanvorlage von Lothar-Günther Buchheim. Auch heute noch ist der Film, insbesondere in der Director`s Cut Fassung beeindruckend, packend. Wenn man so will, zieht er einen mit in die Tiefe. Dazu tragen neben den Schauspielern auch Musik und Sound bei.

Was das Boot allerdings nicht abkann, ist eine mehr oder weniger schlechte Neuverfilmung. Oberflächlich, auf Drama setzen und historisch mitunter falsch ist das, was beim ZDF seit vergangen Freitag als Serie startete. Hier wurde die Chance verspielt, wenn man so will. Auf der anderen Seite: Es hätte gar keiner Neuverfilmung bedurft. Das Original reicht völlig aus. Wer mehr U-Boot möchte, sollte sich das „U-Boot — das Brettspiel“ von Pegasus Spiele mal ansehen. Spannender als die Serie ist es in jedem Fall. Alle andere sehen sich einfach den Director`s Cut von 1997 noch mal an.

Dracula bei Netflix

Dracula bei Netflix

Immer wieder Dracula

Kommen wir aber zu Dracula. Eine Figur, die ich seit meiner Kindheit aus zahlreichen Filmen kenne. Der Stoff von Bram Stoker wurde enorm häufig verfilmt. Etwa mit Christopher Lee als Dracula. Oder als Bram Stoker’s Dracula mit Keanu Reeves, Gary Oldman (als Dracula) und Anthony Hopkins. Selbst in „Interview mit einem Vampir“ steckt ein Teil des Originals, auch wenn Roman und erstes Drehbuch von Anne Rice stammten.

Vampire sind einfach nicht totzukriegen. Der Stoff eignet sich für Neuinterpretation, auch eine Horrorkomödie wie „Tanz der Vampire“ lässt sich daraus machen — zum Musical schreib ich hier lieber nichts.

Genau wie „Das Boot“ wurde auch Dracula neu verfilmt. Die Miniserie läuft zur Zeit bei Netflix. Verantwortlich sind dafür Mark Gatiss und Steven Moffat. Die beiden sollten spätestens seit der Neuauflage von Sherlock Homes mit Benedict Cumberbatch in der Hauptrolle bekannt sein. Bei solchen Namen sind die Erwartungen bei einer Neuverfilmung des Vampir-Stoffes recht hoch. Nach der ersten Folge gestern Abend kann ich für mich jedoch festhalten: Sie wurde nicht enttäuscht. Der Stoff, den man schon gefühlt hundertmal gesehen hat, wirkt alles andere als „ausgelutscht“. Ganz großartig ist im Übrigen die Nonne Agatha. Der niederländische Akzent erklärt sich spätestens dann, wenn man ihren vollen Namen erfährt.

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