Von allen guten und bösen Geistern verlassen

Neue Spiele müssen nicht immer besser sein. Das zeigen frische alte Spiele in der eigenen Spielesammlung überraschend deutlich.

Rausspielen 2020

Im neuen Jahr gibt es eine letzte Runde — zumindest beim mir im Hinblick auf das Aufräumen meiner Brettspielsammlung. Es sind noch ein paar Wackelkandidaten über. Zur Zeit liegt auf dem Spieltisch „Condottiere“ in der Eurogames Ausgabe (Erstauflage). Kennengelernt habe ich das Spiel vor langer Zeit auf einem der regelmäßigen Treffs der Spielwiese Bielefeld in der VHS. Meine damals gekaufte Version ist bisher ungespielt. Als ich Condottiere gestern Abend hervorholte, wurde mir auch sofort wieder klar, warum. Das Spiel besteht neben einem Spielplan in einer überdimensionierten Schachtel und Spielsteinen aus Holz vor allem aus 96 Karten im Format 13 x 6 cm. In der Anleitung steht, man solle diese zu Spielbeginn gut mischen. Leider fehlen mir dazu die passenden Hände. In der Ausgabe fliegt das Spiel auf jeden Fall raus, es gilt nur die Frage zu klären, ob es durch eine neue und handlichere Ausgabe ersetzt wird.

Auf der andere Seite findet sich im Regal, was sich am besten unter der Bezeichnung frische alte Spiele zusammenfassen lässt. Am vergangenen Wochenende kamen gleich zwei davon auf den Tisch. Vom Altmeister Sid Sackson „Executive Decision“, ein knallhartes Wirtschaftsspiel. Ohne Glück, dafür aber eine Menge Bluff und Interaktion. Übersichtliche Regeln, wenig Material. Dafür aber hochspannend. Allerdings sollte jeder am Tisch einen Taschenrechner zur Hand haben.

Alte frische Spiele neu entdeckt

Tal der Könige

Glücklich über frische alte Spiele

Richtig glücklich gemacht hat mich das andere Spiel vom Wochenende. Es ist das einzige Spiel von Christian Beierer und nennt sich „Tal der Könige“. Seit 28 Jahren habe ich es im Besitz. Gespielt habe ich es möglicherweise mal ganz am Anfang, danach nie wieder. Hört man frische alte Spiele, würde man vermuten, dass das wenn überhaupt für die Spielidee gilt. Das Material selber, nun ja. Bei den 3M Spielen trifft das zum Teil zu, die haben einen an Antiquariat erinnernden Geruch. Schachtel und Material sieht man selbst bei bester Pflege das Alter an. Bei „Tal der Könige“ war selbst der Satz Folienstifte noch im tadellosen Zustand.

Meiner Meinung nach ist das Spiel viel zu wenig beachtet. Auf mich wirkt es trotz seines Alters enorm frisch, mit genau der Menge an Interaktion zwischen den Spielern, die ich mag. Das Holzmaterial ist toll, die Optik des aufgebauten Spiels hat einen enormen Aufforderungscharakter. Zudem lässt sich eine Partie ziemlich schnell vorbereiten. Etwa bei eBay kann man „Tal der Könige“ für durchschnittlich 10 Euro erwerben. Dafür erhält man ein Spiel, welches den Vergleich zu einer ganzen Reihe Titel aus 2019 nicht scheuen muss.

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