Von allen guten und bösen Geistern verlassen

Im Hintergrund lief im Radio der Lokalsender. Rösch stand mit zwei Flaschen Paradiso Edizione aus Ampullen an der Kasse bei Jaques`.

Der Name des Weins klang wie ein Versprechen auf das Kommende. Zudem erinnerte ihn das Etikett an sein eigenes Bestreben. Ein Mann, der nach dem Mond greift. Auf dem Etikett hingen dort am Mond Reben.

Der Verkäufer fragte Rösch, ob er eine Kundenkarte wolle. Rösch winkte ab. Für die kurze Zeit sei das nicht nötig. Die Antwort von Rösch irritiert ihn den Verkäufer.

Während Rösch zahlte, berichtet der Moderator von einer Premiere. Das erste Buch von Tina Kante sollte verfilmt werden. Dazu gebe es am Nachmittag eine Pressekonferenz des Verlages zusammen mit der Autorin und einem der Hauptdarsteller. O. freue sich bereits auf seine Rolle, wie er in einem kurzen Einspieler sagte.

Nur knapp gelang es Rösch, die Flaschen nicht auf den Boden fallen zu lassen. Unmöglich, dass O. bei einer Pressekonferenz sein würde. Schließlich müsste er um diese Zeit noch immer in der Rechtsmedizin liegen.

Die Flaschen ließ sich Rösch als Geschenk einpacken, dann ging er mit dem Karton nach draußen. Mehrere Schneeflocken verirrten sich auf seinem Mantelkragen. Auf seinem Handy googelte er nach O. Tatsächlich fand er Hinweise auf die Pressekonferenz. Jedoch keine Meldung zum Ableben von O.

Sichtlich irritiert verlor Rösch sein Ziel aus den Augen.

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