Abgehalftert, Teil 6

Abgehalftert, Teil 6

Auf der Rückfahrt zum Anleger lief im Taxi des schweigsamen Ostfriesen das Radio. Rösch nahm die Lokalnachrichten nur zur Hälfte wahr.

Die Ankündigung der Ausstellungseröffnung in der Emder Kunsthalle durch O. rüttelte ihn jedoch aus seinem Dämmerzustand. Eine Ausstellung, die sich nur um O. und sein Schaffen drehte. Für Rösch wirkte es wie ein Strohhalm, welcher in kurz vor dem Ertrinken noch retten könnte.

Als Rösch das Taxi zahlte und sich umdrehte, wurde ihm die Abwesenheit der Fähre bewusst. Fluchend ging er zum Abfahrtplan. Noch über eine halbe Stunde Wartezeit. Fluchend setzte er sich auf eine Bank. Die Verglasung des Wartehäuschens hielt den Wind nur mühsam ab. Sie endete dreißig Zentimeter über dem Boden. Von unten zog es kalt hinein.

Rösch fror während seiner ihm immer länger erscheinenden Wartezeit. Dabei dachte er unentwegt an denn Erfolg von O. Gerecht erschien ihm das nicht. Mit Blödsinn reich zu werden wäre ihm selber nie eingefallen. Die Minuten schritten voran, während der Hass in Rösch auf O. größer wurde. Das würde ein interessantes Interview werden, da war sich Rösch sicher.

Endlich legte die Fähre an. Voller Ungeduld ließ Rösch die ankommenden Urlaubsgäste von Bord gehen. Dann zog er das zerknitterte Tagesticket von gestern aus der Hosentasche.

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren