Adventszeit anders gestalten

Adventszeit anders gestalten

Die Adventszeit ist bei vielen Menschen in Deutschland mystisch aufgeladen. Nüchtern betrachtet lässt sie sich auch anders gestalten.

Dezember im Glühweinkoma

Ende November beginnt in Köln die Zeit der Weihnachtsmärkte. Mehrzahl, genau. So eine Stadt wie Köln gibt sich selbstverständlich nicht mit einem Weihnachtsmarkt zufrieden. Überlaufen sind sie alle, bis auf wenige „Geheimtipps“. Nicht nur abends, sondern bereits zur Mittagszeit. Wie heißt es so schön: Weihnachtsmarkt. Das Wacken für Büroangestellte. Wer dann noch immer nicht bedient ist, tingelt von einer Betriebsweihnachtsfeier zur nächsten.

Für mich persönlich war die Weihnachtszeit auch immer aufgeladen, nicht nur mit Vorfreude. Langsam zur Ruhe kommen, das Jahr ausklingen lassen. Sich an Schnee und Kälte erfreuen. Zumindest solange der Rücken nicht vom massiven Einsatz als Schneeschipper schmerzt.

Seit meiner erstens Studentenbude fing ich vor dem ersten Adventssonntag bereits an, die Wohnung zu dekorieren. Irgendwie lag mir das wohl in den Gene. Oder es lag am Glühwein, den wir damals in der Fachschaft — die Details bei der der Missbrauch einer Kaffeemaschine eine Rolle spielte, lasse ich hier lieber aus. Schon immer betrachtete ich die Adventszeit als etwas Besonderes. Unabdingbar dazu gehört natürlich auch ein eigener Adventskalender. Selbst als Erwachsener hatte ich fast immer einen.

Selbstverständlich wurde dann Weihnachten ein Baum aufgestellt und festlich geschmückt. Dieses Jahr ist das alles anders.

Adventszeit ohne Baum
Weihnachten vor 11 Jahren

Leere Wochen als Adventszeit

Diesmal ist die Adventszeit merkwürdig. Es fühlt sich mehr an nach leeren Wochen vor dem nächsten Urlaub auf Borkum. Aber es liegt nicht nur am Urlaub, den verbrachten wir letztes Jahr nach den Feiertagen auch auf der Insel. Nein, weder meine Frau noch ich sind in Stimmung für die Adventszeit.

Wir haben nicht dekoriert, beteiligen uns nicht an Veranstaltungen in der Nachbarschaft und zum ersten Mal seit über 20 Jahren wird es keinen Weihnachtsbaum bei uns geben. Nichtmal einen Adventskranz. Klingt fast so, als wären wir fertig mit Weihnachten. Zumal wir auch die Speisekarte für die Feiertage zusammengestrichen haben.

Trotzdem haben wir einen gemeinsamen Adventskalender. Wir sind aber fest entschlossen, uns nicht am Heiligabend zu schenken. Dafür gab es schließlich Anfang November ein neues Sofa.

Selbst das ist nicht der Grund für diese doch sehr leere Adventszeit. Wir sind schlichtweg nicht in Stimmung. Fühlen uns wie auf Abruf und Schnee wird es ehedem nicht geben. Gereizt, überfordert, genervt. Da muss man sich nicht auch noch Stress in einer sogenannten Adventszeit machen.

Es ist enorme entspannend, keinen Plätzchenmarathon zu absolvieren und Glühwein anderen Menschen zu überlassen. Feiert schön, wir setzen mal aus. Mindestens dieses Jahr.

P.S.: An einer Tradition halte ich aber fest. Auch dieses Jahr wird über die Weihnachtsfeiertage wieder eine Weihnachtsgeschichte hier im Blog zu finden sein.

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren